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Raus aus dem Penguin. Erkannt und behoben, eine Fallstudie

Veröffentlicht in: Suchmaschinenoptimierung, am: 13 November 2013 | No Comments |

Das letzte große Google Update ist gar nicht allzu lange her und schlug wie seine Vorgänger-Updates ein, wie eine Bombe. Das schaffte für viele Webseitenbetreiber eine neue Ausgangssituation und für ebenso viele Webpräsenzen Konsequenzen bei Google.

Ein in der Finanzbranche tätiges US-Amerikanisches Unternehmen, das sehr stark unter dem neuen Penguin gelitten hat, wandte an eine US-Amerikanische SEO-Agentur. In ihrem Blog beschreibt die Agentur in einer Fallstudie die Ausgangssituation sowie auch die Maßnahmen, durch welche das Projekt aus den Krallen des Peinguin befreit wurde.

Google Penguin Update

Google Penguin Update

 

Retrograde Analyse..

Nach dem Penguin-Update sah sich das Unternehmen mit einer Situation konfrontiert, die es bis dato noch nicht gab. Das Update hatte eine massive Abwertung der Website zur Folge. Bevor sich das Unternehmen an die SEO Agentur wandte wurden bereits über das Disavow Tool bis zu 4000 Links entfernt.

Danach ging ein Antrag auf Wiederaufnahme an Google raus. Nachdem man eine eindeutig negative Antwort bezüglich der „Manuellen Maßnahmen“ von Google erhielt, stellte man fest: die Website ist in Penguins Krallen.

Google Penguin erkannt

Google Penguin erkannt

 

.. und die Bestandsanalyse

Bei der der Bewertung der Website wurden folgende sieben (zugegeben, nicht unumstößliche) Punkte kritisch gesehen. Größtenteils beziehen sie sich auf die Methoden vom Backlinkaufbau, die früher als mehr oder weniger „zulässig und gängig“ galten. Aber die Zeiten ändern sich.

1. HTTPS-Protokoll
An sich nicht schlimm, hat aber eine erhöhte Serverleistung zur Folge und damit verbunden kommt es zu unnötig langen Ladezeiten der Seiten, die sich negativ bei Google auswirken. Wie schon seit ängerem bekannt, stellt Google Nutzer in Mittelpunkt und hat in seinen Rankingfaktoren Ladegeschwindigkeiten besonders hervorgehoben und bewertet lange Ladezeiten negativ, um ein userfreundlicheres Internet zu befördern. Übrigens teilt russische Suchmaschine Yandex schon lange diese Meinung.

2. Eine große Anzahl der unnatürlichen nofollow-Links in den Kommentaren
Eine ungewöhnlich hohe Anzahl von „nofollow“-Links, wenn auch in der Sache grundsätzlich von Google gewünscht, bei ungeschickt gewählten, viel zu häufigen Money-Keywords in Anchortexten, wirken sich solche Backlinks eindeutig als negativ aus.

Mehr zum Thema nofollow:
Zehn Merkmale natürlicher Backlinks nach Google
Elf Arten von Links, die Google nicht mag
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3. Backlinks mit den exakten Money-Keywords im Anchortexten
Die Qualität der Geber-Seite spielt in diesem Fall keine Rolle. Das zu häufige Vorkommen des exakten Money-Keywords im Ancortext deutet auf eindeutig unnatürliche Backlinks hin.

4. Bezahlte Links in kostenpflichtigen Webverzeichnissen
Backlinks zu Werbezwecken aus kostenpflichtigen Webverzeichnissen ohne das nofollow-Attribut sind eindeutig „böse“.

5. Links in kostenlosen Webverzeichnissen
Kostenlosen Webverzeichnisse sind grundsätzlich unbedenklich, wenn aber die Verzeichnislinks den großen Teil des Backlinksprofils bilden und diese Verzeichnisse qualitativ minderwertig sind, können sie ein Risiko darstellen.

6. Grundsätzliches zu Links von Artikelverzeichnissen
Links, die von Artikelverzeichnissen kommen, bedeuten nicht zwangsläufig eine Abwertung von Google. Doch übertreibt man mit den Einträgen, sowie auch mit den exakten Money-Keywords im Ancortext, könnten Artikelverzeichnisse richtig gefährlich werden.

7. Links von Seiten, die themenfremd sind
In der Vergangenheit und auch heute ist es wichtig, woher die Links stammen. Links von starken und trusted Sites haben mehr Gewicht. Aber der thematische Bezug von Links zur eigenen Seite ist auch sehr wichtig. In der Praxis werden also Links von Seiten, die ähnliche Themen behandeln, wie die eigene Seite, besser bewertet.

Was aber ein noch sehr wichtiger Faktor ist: bringen diese Links tatsächlich Traffic, werden sie also angeklickt? Google kann das in vielen Fällen nachvollziehen und sich anhand dieser Tatsache eine „Meinung“ bilden. Im Fall der betroffenen Website wurden unnatürlich viele solche Links entdeckt, die keiner angeklickt hat. Alles ein Zeichen der Unnatürlichkeit für Google.

SEO Penguin

SEO Penguin

 

Penguin erkannt. Möglichkeiten

Option 1: Löschung der Backlinks und Bereinigung des Linkprofils
Von Google als problematisch angesehene Links sollten gänzlich entfernt oder entwertet werden. Die Erfahrung hat gezeigt und auch hier sind sich die Experten in der Suchmaschinenoptimierung einig, dass es wenig Sinn macht, ohne die radikale Entfernung dieser Links weitere SEO-Maßnahmen durchzuführen.

Option 2: Reboot und Domainumzug
Mehr Sinn könnte es machen, tatsächlich eine ganz neue Website mit der neuen Domain zu schaffen, auf die dann Inhalte übernommen werden. Es wäre eine aus SEO Sicht saubere Lösung. Zwar würden einige wertvolle Links verloren gehen, dafür werden die unnatürlichen garantiert entfernt.

Wichtig dabei ist, den Mut zu haben auf die 301 Weiterleitung zu verzichten. Ist eine Website von Penguin betroffen, wird Google den Domainumzug nach einigen Wochen erkennen und die neue Domain abwerten.

Die Entscheidung des betroffenen Unternehmens:
Bei dem stark von Penguin angeschlagenen Unternehmen hat man sich für die erste Option entschieden. Dabei setzte man alleine ganz auf die starke Marke und den hervorragenden Ruf, der nach wie vor besteht. Ein Domainumzug war aus nicht SEO-technischen Gründen nicht akzeptabel.

Planungsphase und Durchführung

Nach der Definition der Ziele und vor allem der Ausrichtung der neuen Website in Hinblick auf die Positionierung in den Suchmaschinen, wurden folgende Maßnahmen geplant und umgesetzt:

1. Durchführung der Branchenanalyse
2. Identifizierung und Beseitigung technischer Faktoren, die eine Indexierung von Seiten behindern
3. Durchführung einer internen Website-Optimierung (Onpage Optimierung), Nachbesserung diverser Onpage-Faktoren
4. Aufbau von gezielten Qualitätslinks in den einflussreichsten Blogs und Foren der Branche, d.h. mit direktem thematischen Bezug. Veröffentlichung von Fachartikeln
5. Entwicklung und Pflege von Beziehungen zu Top-Blogs
6. Guter Contentaufbau mit Mehrwert. Erstellen von nützlichen Inhalten (PDF, Präsentationen, Videos, Infografiken, Fallstudien, etc.)
7. Soziales Kapital aufbauen. Mehr Präsenz in sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, LinkedIn, Google+) und die Teilnahme an fachlichen Diskussionen in Foren etc.

Was wurde noch umgesetzt?

Die Strategie beinhaltet den Backlinkaufbau mit Brands in Anchortexten von starken Websites der Branche. Fallstudien und Infografiken sind ein sehr gutes Mittel dafür. Außerdem dient es dem Zielm, das Profil eines Unternehmens zu komplettieren und auch Links zu bekommen und Traffic zu steigern. Es war gelungen, ca. 90 hochwertige Links zu platzieren, die maßgeblich zum Erfolg beitrugen.

Pinguine

Echte Pinguine

 

Das positive Resultat. Penguin behoben

Mit der Umsetzung dieser Strategie hat man geschafft an die Traffic-Werte und Rankings der Website zu kommen, wie sie vor dem Penguin-Update waren. Hier muss man aber noch keine Schlussstrich ziehen, es geht weiter!

Aus der beschriebenen Fallstudie können folgende grundlegende Schlussfolgerungen abgeleitet werden:

1. Definieren Sie eine Strategie
Investieren Sie Zeit und Mühe, um über die Möglichkeiten nachzudenken, die Ihre Seite qualitativ befördern, denn es zahlen sich fast immer besser solche SEO-Maßnahmen, die langfristig angelegt sind.

2. Bad-Links
Entfernen Sie die Links, die von geringer Qualität sind, bzw. Links welche z.B. durch harte Money-Keywords eindeutig unnatürlich sind. Es hilft dabei, das Linkprofil der Webseite zu „verwässern“ und natürlicher zu gestalten.

3. Überdenken Sie die Anchortexte Ihrer Links
Eine Exakte Übereinstimmung im Anchortext des Backlinks hat keine positive Auswirkung mehr, viel häufiger kommt es umgekehrt. Es ist viel wichtiger, sich auf hochwertige Links von starken, themenrelevanten Ressourcen zu konzentrieren.

4. Kontinuität und Geduld sind gefragt
Bei allen Maßnahmen ist Geduld gefragt, denn eine dauerhafte Optimierung ist das Ergebnis von vielen kleineren und vor allem zeitlich nachfolgenden Dingen. Google hat bei seinen Rankingfaktoren immer auch wieder auf den Aspekt des kontinuierlichen Aufbaus hingewiesen. In der erwähnten Fallstudie dauerte es ca. 6 Monate, bis die Erfolge sichtbar wurden.

5. Bereiten Sie Inhalte zum Sharen
Nützliche Tools und Informationen lassen sich nicht so einfach und schnell konzipieren und erstellen, sind aber ein zuverlässiges Mittel für den natürlichen Linkzuwachs.

6. Streuen Sie Ihre Trafficquellen
Suchmaschinen und Google sollten nicht die einzige Besucherquelle sein. Beispielsweise der „Referral Traffic“ auf Ihrer Website bringt auch Vorteile aus SEO Sicht und nicht nur.

7. Flexibilität
Trotz aller Empfehlungen seitens Google und aus der SEO-Szene, zählt einmal mehr die Flexibilität eines Webmasters. Denn eines lässt sich jetzt schon ablesen. Bei Google werden Updates kommen, die es nötig machen immer wieder seine Maßnahmen ständig anzupassen und auch mal zu experimentieren.

8. Qualität statt Quantität
Qualität bei Inhalten und Backlinks, Qualität bei allem! Fast nur noch Qualitätslinks haben einen positiven Einfluss auf eine Website, der auch dauerhaft ist. Bei dem Unternehmen aus der Fallstudie hat man auf 90 starke Links hingearbeitet und es kommen maximal 15 Neue pro Monat hinzu. Von der Linkmassenware hat man sich unlängst verabschiedet.

Gute Beiträge sind es wert geteilt zu werden!

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