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Der geheime Google-Code

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Veröffentlicht in: Blog, Suchmaschinenoptimierung, am: 13 April 2012 | No Comments |

SEO’s versuchen den Code zu entschlüsseln. Eine nicht abgespeckte Version des Interviews über Internet, Google, Algorithmen und SEO.

Vitaliy Malykin, Suchmaschinenoptimierer, Programmierer und Schachmeister, über eine Branche, in der es gilt Websites so zu gestalten, dass sie im World Wide Web nicht verloren gehen.

Interview "Google Code"

Interview „Google Code“

 

In Zeiten des Internets hat sich bei großen, als auch bei kleinen Betrieben herumgesprochen, dass ein Geschäft ohne Internetpräsenz nicht zu führen ist. Eine Homepage lässt sich bei den meisten Unternehmen schon irgendwie zusammen bauen und die meisten haben eine Präsenz im Internet. Viele dieser Seiten verlieren sich aber im Web und potenzielle Kunden erfahren nie davon, da die „Suchmaschine der Suchmaschinen“ diese Seiten bei der Eingabe von bestimmten Suchbegriffen erst nach hunderten von Einträgen findet.

Eine Vielzahl von so genannten SEO`s, den Suchmaschinenoptimierern versprechen hier mal mehr und mal weniger erfolgreich Abhilfe, um Kunden an den Anbieter zu bringen. Vitaliy Malykin ist Schachmeister und SEO – eine denkbar glückliche Fügung für den Job, denn SEO sind mathematische Algorithmen, Testläufe und Analyse. Eine Anleitung, wie man es richtig macht, gibt es nicht. Wer nah dran kommt, hat die Macht. Es gleicht einem Kampf um Klicks!
Das Geschäft mit der Suchmaschinenoptimierung boomt.

„Auf der einen Seite stehen wir, auf der anderen Google,“ mit den Worten beginnt Vitaliy Malykin unser Interview, gefolgt von einem auffordernden „Was möchten Sie über SEO wissen?“

Lachhein: Man hört immer wieder von so genannten Backlinks und wie sie die Suchmaschinenergebnisse positiv beeinflussen. Habe Backlinks eine derart maßgebliche Funktion?

Malykin: Die Suchmaschinenlogik ist in diesem Fall die Folgende: Jeden Backlink kann man als eine Empfehlung betrachten. Je häufiger eine Website empfohlen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie für einen Besucher interessant sein könnte. Desto höher sollte man diese in den Suchergebnissen platzieren. Um das Ganze richtig zu verstehen, muss man in die Geschichte zurückblicken. Der PageRank-Algorithmus ist ein Verfahren, eine Menge verlinkter Dokumente, wie beispielsweise das World Wide Web, anhand ihrer Struktur zu bewerten bzw. zu gewichten. Dabei wird jedem Element ein Gewicht, der PageRank, aufgrund seiner Verlinkungsstruktur zugeordnet. Der Algorithmus wurde von Larry Page und Sergei Brin an der Stanford University entwickelt und von zum Patent angemeldet. Er diente der Suchmaschine Google des von Brin und Page gegründeten Unternehmens Google Inc. als Grundlage für die Bewertung von Seiten. Das Empfehlungsprinzip hat seinerzeit Google wesentlich dabei geholfen, ein milliardenschweres Unternehmen zu werden. Die Backlinks sind somit also sehr wichtig für die bessere Positionierung einer Website.

Lachhein: In wie weit sind mathematische Algorithmen beim SEO wichtig?

Malykin: Suchmaschinen sind ein Haufen Eisen, mehrere miteinander verbundene Rechner und Rechenzentren. Sie verfügen nicht über die menschliche Logik, die dabei hilft, eine „gute“ Seite von einer „schlechten“ Seite zu unterscheiden. Diese Aufgabe übernehmen die brillantesten Algorithmen, die von den besten Ingenieuren – Google’s Entwicklern weltweit erarbeitet wurden. Die Algorithmen sind also sehr wichtig. Durch Algorithmen werden die Suchpositionen für jede Website in den Suchergebnissen bestimmt.

Lachhein: Wie definieren sich stark umkämpfte Märkte, also die Märkte, in denen es schwer ist überhaupt als Unternehmen im Internet wahrgenommen zu werden?

Malykin: Die stark umkämpften Märkte zeichnen sich durch allgemeine Internetaffinität der Branche aus, mehreren „starken“ Seiten die auf diesem Markt tätig sind. Internetaffinität der Branche bedeutet, dass sich angebotene Produkte und Dienstleistungen gut auch online verkaufen lassen. Dafür sind einfache Prozesse, technische Realisierbarkeit oder hohe Gewinnspannen erforderlich. Bekannteste Beispiele: Glückspiele, Sex, Finanzbranche, Urlaub, Hotels. Eine starke Seite definiert sich durch die Intensivität der durchgeführten SEO-Maßnahmen und einem hohen Budget für die Suchmaschinenoptimierung. Das ist nur möglich, wenn Gewinne im Netz, die dadurch entstehen, dementsprechend hoch sind.

Daher eine Faustregel – je mehr in einer Branche umgesetzt wird, desto höher ist die Investitionsbereitschaft und die Ausgaben, desto umkämpfter die Branche.

Lachhein: Welche relevanten Suchmaschinen gibt es und arbeiten sie unterschiedlich? Muss ein SEO jede Suchmaschine anders optimieren?

Malykin: Man muss beachten, dass T-Online, Web.de, AOL und GMX die integrierte Google-Suche nutzen, sprich keine selbstständigen Suchmaschinen sind. Bing und Yahoo kommen zusammen auf 5-7 Prozent und zwar sind diese Werte häufig auf interne Dienste zurückzuführen, z.B. integrierte Suche in Microsoft Diensten.

Das alles heißt, dass Google in Deutschland und Europa nahezu ein Monopolist ist. Komischerweise haben es die Europäer nicht geschafft, eine zweite Suchmaschine zu etablieren. Ein Monopol hat aber immer viele Nachteile. In China und besonders in Russland sieht die Situation ganz anders aus. In China hat Baidu 75 Prozent Marktanteil, das ist aber politisch bedingt und nur darauf zurück zu führen, dass Google sich aus China fast zurückgezogen hat. In Russland gibt es aber Yandex, eine vollwertige, konkurrenzfähige Suchmaschine und noch ein paar andere, weniger relevante. Yandex liegt in Russland vor Google. Für Yandex muss anders optimiert werden, als für Google. Das ist aber nur für den russischen Markt wichtig. Diese Frage stellt sich in Deutschland und Europa nicht, da es keine andere Suchmaschine als Google gibt. Es lohnt sich also überhaupt nicht, Yahoo zu untersuchen und sich Yahoo’s Algorithmen und Funktionen vorzunehmen.

Lachhein: Wie hat sich der Markt in Bezug auf Onlinemarketing in den Jahren verändert? Setzt mittlerweile jeder auf das Geschäftsmodell Internet?

Malykin: Es ist tatsächlich so, dass in den letzten Jahren in fast allen Branchen verstärkt im Internet investiert wird. Die immer steigende Anzahl der Internetanschlüsse, neue Techniken und sinkende Kosten der Webseitenerstellung, der Siegeszug der Social Media, steigende Kaufbereitschaft im Internet– all das hat erheblich dazu beigetragen, dass kleine und große Unternehmen das Internet für sich entdeckt haben oder man kann auch durchaus sagen, dass sie es wiederentdeckt haben. Nach dem reinigenden Gewitter der so genannten Dotcom-Blase, ist das Internet als Marktplatz präsenter als je zuvor.

Lachhein: Wie funktioniert das System der Suchmaschinenoptimierung in den Grundzügen?

Malykin: Die Suchmaschinenoptimierung besteht aus zwei großen, gleich wichtigen Teilen – Onpage- und Offpage-Optimierung. Onpage- Optimierung beinhaltet alle Maßnahmen, die innerhalb einer Website durchgeführt werden. Offpage – alle Maßnahmen außerhalb der Website. Suchmaschinenoptimierung ist immer eine langfristige Angelegenheit, da die Entwicklung einer Seite aus SEO Sicht natürlich zu erfolgen hat. Überhitzt man, handelt man zu schnell, besteht eine Gefahr der Abstrafung seitens Google.

Lachhein: Was unterscheidet den guten vom schlechten Suchmaschinenoptimierer? Wie wird unterschiedlich gearbeitet?

Malykin: Es ist tatsächlich so, dass die Suchmaschinenoptimierer und die SEO-Agenturen unterschiedlich arbeiten. Es gibt zwar Maßnahmen, wo man es genau weiß, dass sie sich lohnen. Aber die Suchmaschinenoptimierung kann man nicht in einem Kurs lernen. Auf hohem Niveau kann man nur arbeiten, wenn man eigenes Know How hat. Dieses bekommt man nur durch das Testen und Analysieren, nur durch eigene Testprojekte wo Erfahrungen gesammelt werden können.

Lachhein: Wie sieht die Arbeit von SEO´s bei großen Unternehmen aus, in der Praxis und wie hoch sind die Budgets? Ist in den großen Unternehmen durchgängig ein Verständnis für SEO da?

Malykin: Je größer das Unternehmen, desto größer die Verantwortung. Die Budgets sind unterschiedlich hoch. In vielen Unternehmen hat die Tatsache, dass Internet, die Suchmaschinen etc. wichtig sind, schon die oberen Führungsetagen erreicht. Die Großen, bilden eigene SEO-Abteilungen und stellen Suchmaschinenoptimierer ein. Das nennt sich Inhouse SEO. Ziemlich viele Großunternehmen beschäftigen Inhouse SEO’s bei sich, darunter z.B. Telekom, Sixt, HRS und weitere.

Lachhein: Wie genau schafft es Google Optimierungsprozessen auf die Schliche zu kommen, etwaige Manipulationen?

Malykin: Google beschäftigt die talentiertesten Ingenieure und besten Programmierer dieses Planeten, das muss man einfach so sagen. Google selbst betont, immer und ständig an der Verbesserung der Qualität der Suchergebnisse zu arbeiten. Außerdem sucht Google ständig Kontakt zu seinen Nutzern und bietet zum Beispiel die Möglichkeit, Spam in den Suchergebnissen manuell zu melden.

Lachhein: Wie entscheidend ist die fortwährende Pflege einer Seite?

Malykin: Es muss auch berücksichtigt werden, dass die Suchmaschinen ihre Algorithmen ständig ändern, neue Strategien fahren und sich überhaupt ständig weiter entwickeln. Ein Suchmaschinenoptimierer muss sich informieren, testen und Antworten finden.

Lachhein: Gibt es Ihrer Meinung nach einen geheimen Google-Code? Wenn es überhaupt einen Google-Code gibt und den man knacken müsste oder könnte, wie würde man dahinter kommen, ändert er sich nicht fortwährend?

Malykin: Einen indirekten Google Code gibt es sicherlich. Den zu knacken ist es aber unmöglich.

Lachhein: Warum eigentlich?

Malykin: Es gibt über 300 Onpage und Offpage Faktoren, die Google bei der Bewertung einer Website berücksichtigt, das ist der „Google Code“. Es gibt aber mehrere Filter und Hürden, die es unmöglich machen eine Seite allzu schnell zu optimieren. Suchmaschinenoptimierung kann nur relativ langsam und langfristig erfolgen. Der „Google Code“ ändert sich definitiv fortwährend, immer wieder und immer wieder sehr überraschend.

Lachhein: Aus welchen Branchen kommen Ihre Kunden?

Malykin: Aus den verschiedensten Branchen: Finanzen, Dienstleistungen, Selbstständige, Freiberufler, Rechtsanwälte, Online-Händler etc.

Lachhein: Man hat in der Vergangenheit davon gehört, dass Google über 200 verschiedene Bewertungsklassifizierungen verfügt, um Seiten zu bewerten. Welche davon sind bekannt?

Malykin: Google legt diese Bewertungskriterien mehr oder weniger neu auf, als Update oder neuem Filter. Daraufhin hatten in der Vergangenheit einige, sehr vom Internet abhängige Unternehmen, Umsatzeinbußen, da sie nicht mehr so gut im Internet zu finden waren. Diese Updates werden regelmäßig durchgeführt und alle Brancheninternen fürchten diese insgeheim, da der Internetmarkt teilweise wieder neu aufgeteilt wird.

Lachhein: Inwiefern sind diese Updates relevant? Welche Branchen sind am meisten betroffen? Wie kommt es, dass einige Unternehmen kaum betroffen sind und andere hingegen mehr?

Malykin: Diese Updates sind nicht geheim, werden unter SEO‘s mit illusteren Codenamen wie Panda-Update oder Florida benannt. Diese Updates haben immer bestimmte Techniken oder Vorgehensweisen, die dazu führen, dass Seitenbetreiber gezielt abgewertet werden. In der Folge, dass einige Unternehmen davon profitieren, bei anderen, sehr internetaffinen Bereichen, die Umsätze einbrechen.

Lachhein: Herr Malykin, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Das Gespräch führte der Journalist Marcelus Lachhein am Institut für Journalismus & Public Relations

Gute Beiträge sind es wert geteilt zu werden!

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