Zusammenfassung

Das Web.dev-Team von Google arbeitet im Rahmen des Web Vitals-Projekts an zwei neuen Metriken für die Nutzererfahrung – „Glattheit“ und „Reaktionsfähigkeit“. Darauf wies der ehemalige Mitarbeiter der Google-Suche Pedro Dias hin.

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Nicht jede Seite fühlt sich trotz guter Werte auch wirklich angenehm an. Manchmal läuft alles technisch „okay“, und trotzdem ruckelt eine Animation oder eine Aktion reagiert einen Tick zu spät. Genau solche Nuancen sollen die neuen Kennzahlen sichtbarer machen.

„Smoothness“ bezieht sich auf die Leistung von Animationen und die allgemeine Glattheit der Interaktion mit der Seite. Es handelt sich um eine Metrik, die auf Labordaten basiert.

Was die „Responsiveness“ betrifft, so wollen die Entwickler eine Kennzahl entwickeln, die die End-to-End-Latenz einzelner Ereignisse besser erfasst und ein ganzheitlicheres Bild von der allgemeinen Reaktionsfähigkeit einer Seite während ihres gesamten Lebenszyklus bietet.

Für Betreiber und Entwickler wäre das vor allem deshalb spannend, weil sich damit nicht nur Ladezeiten, sondern auch das tatsächliche Nutzungserlebnis präziser bewerten lässt. Wer schon einmal auf einer Seite auf einen Klick gewartet hat, obwohl der Inhalt längst da war, kennt das Problem.

Im Moment sind beide Metriken noch experimentell.

Zur Erinnerung: Google hat 2020 drei Hauptmetriken zur Messung der Nutzererfahrung – Core Web Vitals – eingeführt. Zu diesen Metriken gehören LCP, FID und CLS. Für die Zukunft plant die Suchmaschine jedoch, diesen Satz zu erweitern und neue Metriken hinzuzufügen (auf jährlicher Basis).

Was das für die Praxis bedeuten könnte

Für die tägliche Arbeit an Websites heißt das vor allem: Performance wird noch etwas feiner betrachtet. Nicht nur „Ist die Seite schnell?“, sondern auch „Fühlt sie sich sauber und direkt an?“. Genau dort liegt oft der Unterschied zwischen einer soliden und einer wirklich guten Nutzererfahrung.

  • Animationen sollten ruhig und konsistent laufen.
  • Interaktionen müssen ohne spürbare Verzögerung reagieren.
  • Messwerte sollten immer im Kontext der tatsächlichen Nutzung gelesen werden.

Ob und wann Google diese Signale offiziell in die Core Web Vitals aufnimmt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber schon jetzt: Wer Performance ernst nimmt, sollte solche Entwicklungen im Blick behalten.

Weitere Algorithmen SEO-News