Zusammenfassung
Die Zahl der Cyberangriffe ist im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 um 40 % gestiegen. Zu diesem Schluss kommen die Analysten von Check Point.
Ihren Beobachtungen zufolge ist nach einem leichten Rückgang in den ersten Wochen des Jahres 2020 bereits seit März ein deutlicher Anstieg der Zahl der Angriffe zu verzeichnen, der im September 2021 seinen Höhepunkt erreichte. Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Angriffe auf eine Organisationen weltweit bei über 870 pro Woche, doppelt so viele wie im März 2020.
Das ist mehr als nur eine nüchterne Statistik. Für viele Unternehmen bedeutet es vor allem eines: Sicherheitsmaßnahmen müssen laufend mitwachsen. Wer sich nur auf einmal eingerichtete Schutzmechanismen verlässt, merkt oft erst spät, wie schnell sich Angriffsvektoren verschieben. Gerade in Zeiten von Homeoffice, Cloud-Diensten und verteilten Systemen reicht ein einzelner Schwachpunkt, um Angreifern die Tür zu öffnen.
Geographie der Angriffe
Der Studie zufolge werden Organisationen in Afrika mit durchschnittlich 1.615 Angriffen pro Woche am häufigsten Ziel von Angreifern. In Europa und Nordamerika ist die Zahl der Cyberangriffe seit 2020 mit 65% bzw. 57% am stärksten gestiegen. In Russland stieg die Zahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um 54 %.
Die am stärksten betroffenen Bereiche
Die meisten Cyberangriffe gab es in den Bereichen Bildung und Forschung mit durchschnittlich 1.468 Angriffen pro Woche (Anstieg um 60% gegenüber 2020), gefolgt von staatlichen und militärischen Organisationen mit 1.082 (Anstieg um 40%) und dem Gesundheitswesen mit 752 versuchten Angriffen (Anstieg um 55%).
Gerade diese Branchen sind für Angreifer attraktiv, weil sie oft mit sensiblen Daten, vielen Nutzern und komplexen Systemlandschaften arbeiten. Dazu kommt: Wo der Betrieb nicht stillstehen darf, steigt der Druck, schnell zu reagieren. Genau das machen sich Cyberkriminelle zunutze.
Darüber hinaus fanden Experten heraus, dass im Jahr 2021 durchschnittlich eines von 61 Unternehmen weltweit jede Woche mit Ransomware konfrontiert sein wird, was einem Anstieg von 9% gegenüber 2020 entspricht. Der ISP/MSP-Sektor (Internet- und IT-Dienstleister) war bei den Angreifern am beliebtesten.
Die höchste Zahl von Ransomware-Angriffen ist in der asiatisch-pazifischen Region zu verzeichnen (eines von 34 Unternehmen). Es folgen Afrika (einer von 48) und Lateinamerika (einer von 57).
Botnets waren die am häufigsten verwendete Malware. Im Durchschnitt sind mehr als 8% der Unternehmen weltweit von ihnen betroffen. Danach folgen Banking-Trojaner mit 4,6% der Unternehmen und Kryptomainers mit 4,2%.
Was Unternehmen daraus mitnehmen können
Wer heute wirksam vorbeugen will, sollte nicht nur auf Technik setzen, sondern auch auf klare Abläufe. Denn oft entscheidet nicht die eine große Sicherheitslösung, sondern das Zusammenspiel vieler kleiner Maßnahmen.
- Systeme regelmäßig aktualisieren und Schwachstellen zeitnah schließen
- Mehrstufige Authentifizierung einsetzen, wo immer es möglich ist
- Mitarbeitende für Phishing und verdächtige Anhänge sensibilisieren
- Backups getrennt und überprüfbar aufbewahren
Am Ende zeigt der Bericht vor allem eines: Cyberangriffe sind längst kein Randthema mehr. Sie treffen Unternehmen jeder Größe und in fast jeder Region. Wer Risiken realistisch einschätzt und Sicherheitsroutinen fest im Alltag verankert, ist deutlich besser vorbereitet, wenn es ernst wird.