Zusammenfassung
Neulich sagte Google-Mitarbeiter John Muller auf Twitter, dass seiner Meinung nach der Wert des Crawling-Budgets und die Notwendigkeit, es zu optimieren, übertrieben sind. Für die meisten Websites ist dies nicht notwendig, und es macht nur Sinn, mit wirklich großen Ressourcen umzugehen.
Die Aussage klingt erst einmal fast beruhigend. Denn viele Website-Betreiber hängen sich schnell an einem Begriff auf, der in der Praxis oft größer wirkt, als er tatsächlich ist. Genau hier setzt Müllers Punkt an: Nicht jede Seite braucht eine aufwendige Crawl-Strategie, und nicht jedes technische Detail ist automatisch ein Hebel mit spürbarem Effekt.
„IMHO, das Crawling-Budget wird überbewertet. Die meisten Websites müssen sich nicht darum kümmern. Dies ist ein interessantes Thema, und wenn Sie das Internet scannen oder eine Website mit Milliarden von URLs betreiben, ist das wichtig, aber nicht für den durchschnittlichen Website-Betreiber „, schrieb Müller.
IMO crawl-budget is over-rated. Most sites never need to worry about this. It's an interesting topic, and if you're crawling the web or running a multi-billion-URL site, it's important, but for the average site owner less so.
— 🧀 John 🧀 (@JohnMu) May 30, 2018
Dann fügte er hinzu:
„Es gibt viele gute Praktiken, die schon Sinn machen, aber keinen SEO-Effekt haben (z. B. gültiges HTML, Code-zu-Text-Verhältnis usw.). Wenn Sie Zeit haben, können Sie daran arbeiten, aber Sie werden keine wesentlichen Änderungen in der Suche sehen …Ich denke, es lohnt sich zu klären. Das Entfernen von 25 nutzlosen Seiten ist eine ausgezeichnete Lösung für eine kompaktere Site und kann Benutzern dabei helfen, sich nicht zu verlieren, aber es geht nicht darum, das Budget zu knacken.“
Gerade dieser Teil ist wichtig, weil er die Erwartung etwas zurechtrückt. Technische Aufräumarbeit kann sinnvoll sein, aber sie ist nicht automatisch der große Ranking-Turbo. Wer jede kleine Maßnahme als SEO-Wunder verkauft, übersieht schnell den eigentlichen Nutzen: eine klarere, bessere Website für Menschen und Suchmaschinen.
Einer der Diskussionsteilnehmer bemerkte seinerseits:
„Ist es nicht Tatsache, dass SEO ein Spiel mit vielen sehr kleinen Gewinnen ist? Ja, Sie können den Effekt des Entfernens dieser 25 Seiten nicht messen. Aber 10 andere kleine Veränderungen zusammen können wirklich einen Unterschied machen.“
Zu diesem antwortete Müller:
„Natürlich, aber es ist wert, ehrlich über die Größe des möglichen Effekts zu sein. Wenn wir pro Tag 50.000 Seiten der Website scannen können, hat dies Auswirkungen auf den Scan, wenn die Gesamtzahl der Seiten von 1.000 auf 900 reduziert wird? Nein, aber dies kann die Anzahl der Conversions erhöhen.“
Genau darin liegt die eigentliche Botschaft: Nicht alles, was technisch sinnvoll ist, wirkt direkt auf das Crawling-Budget. Manche Änderungen verbessern eher die Nutzerführung, die Übersicht oder die Conversion. Und das ist am Ende ebenfalls ein Gewinn.
Was Website-Betreiber daraus mitnehmen können
Für kleinere und mittlere Websites lohnt sich meist ein pragmatischer Blick. Statt das Crawling-Budget zu jagen, ist es oft sinnvoller, die Grundlagen sauber zu halten und unnötige Reibung zu vermeiden.
- Wichtige Seiten sollten leicht erreichbar und intern gut verlinkt sein.
- Überflüssige oder veraltete Inhalte können bereinigt werden.
- Technische Fehler, die Nutzer und Bots ausbremsen, sollten priorisiert werden.
- Die Website-Struktur sollte logisch und nachvollziehbar bleiben.
Wann das Thema wirklich relevant wird
Erst bei sehr großen Websites, vielen dynamischen URLs oder komplexen technischen Setups wird das Crawling-Budget zu einem Thema, das man genauer beobachten sollte. Dann geht es weniger um theoretische Optimierung, sondern um die Frage, ob wichtige Inhalte zuverlässig und rechtzeitig gecrawlt werden.
| Website-Typ | Relevanz des Crawling-Budgets | Praktischer Fokus |
|---|---|---|
| Kleine Website | Gering | Saubere Struktur, gute interne Verlinkung |
| Mittlere Website | Meist überschaubar | Technische Ordnung, Priorisierung wichtiger Seiten |
| Sehr große Website | Hoch | Crawl-Steuerung, Indexierungslogik, Effizienz |
Wir möchten Sie daran erinnern, dass Google-Ingenieur Gary Ilsh Anfang 2017 einen detaillierten Beitrag zum Crawling-Budget veröffentlicht hat. Darin erklärte er, was mit diesem Begriff gemeint ist, welche Faktoren das Budget beeinflussen, was Scan-Geschwindigkeit und Crawling-Nachfrage sind.
Wer das Thema also einordnen will, sollte nicht nur auf einzelne Kennzahlen schauen. Oft ist die bessere Frage: Hilft diese Änderung der Website wirklich weiter, oder fühlt sie sich nur nach SEO-Arbeit an? Genau diese Unterscheidung spart am Ende Zeit, Nerven und manchmal auch unnötige Baustellen.