Zusammenfassung

Mehrere angesehene amerikanische Journalisten diskutierten auf Twitter über die „deutliche Verschlechterung“ der Google-Suche im Vergleich zu den Vorjahren. Auch Google-Mitarbeiter Danny Sullivan nahm an der Diskussion teil.

Die Diskussion wurde von Jesse Eisinger initiiert, einem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten amerikanischen Journalisten und Schriftsteller, der derzeit als leitender Journalist bei ProPublica arbeitet.

Er schrieb: „Ich habe etwas darüber auf Twitter gesehen und es dann selbst erlebt. Haben andere bemerkt, dass die Google-Suche deutlich schlechter geworden ist?“

Der politische Kolumnist und Kommentator Chris Hayes hat dies ebenfalls festgestellt. Er glaubt, dass der Grund dafür in der Betonung von Neuerscheinungen bei Google liegt. (Kam nach dem Google Freshness Update im Jahre 2011 Red.)

Herb Greenberg, ein weiterer angesehener amerikanischer Journalist, nahm ebenfalls an der Diskussion teil. Auch er stimmte zu, dass es schwieriger geworden sei, älteres Material zu finden.

Danny Sullivan von Google wies darauf hin, dass dieses Problem vor allem von Journalisten aufgeworfen wird, die versuchen, ältere Veröffentlichungen zu finden, im Gegensatz zu den meisten Nutzern, die an den neuesten Informationen interessiert sind. Es gibt eine Lösung: man kann Suchoperatoren „before:“ und „after:“ verwenden.

Warum diese Kritik trotzdem hängen bleibt

Genau an diesem Punkt wird die Debatte interessant. Denn selbst wenn viele Nutzer tatsächlich aktuelle Ergebnisse suchen, bleibt die Frage: Muss es deshalb schwerer werden, verlässliche ältere Quellen zu finden? Für Recherchen, Einordnungen oder historische Vergleiche ist das eben kein Randthema.

Wer häufiger mit Suchmaschinen arbeitet, kennt das Problem: Man sucht nicht einfach irgendeine Antwort, sondern die richtige Version eines Artikels, eine ältere Meldung oder den ersten Bericht zu einem Thema. Wenn das mehr Klicks, mehr Filter und mehr Geduld braucht, fühlt sich die Suche schnell weniger nützlich an.

Praktisch gedacht: Was bei der Suche hilft

  • Suchoperatoren wie before: und after: gezielt einsetzen
  • Begriffe möglichst präzise formulieren, statt nur allgemein zu suchen
  • bei zeitkritischen Themen auf Veröffentlichungsdatum und Quellenkontext achten

Am Ende zeigt die Diskussion vor allem eines: Eine Suchmaschine kann technisch noch so leistungsfähig sein — wenn sie für bestimmte Anwendungsfälle umständlicher wird, merken das die Menschen sehr schnell. Und gerade Journalisten sind dafür oft die ersten, die es laut aussprechen.

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