Zusammenfassung

Die Firma „Opera Limited“, der der Browser Opera gehört, plant den Börsengang. Es ist geplant, an der US NASDAQ Börse zu notieren. Das Unternehmen möchte so bis zu 115 Millionen US-Dollar beschaffen.

Laut einem Dokument, das auf der Website der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) veröffentlicht wurde, stammt mehr als die Hälfte der Einnahmen von Opera Limited aus der Zusammenarbeit mit den beiden größten Suchmaschinen Google und Yandex. Im Jahr 2017 trugen die Suchmaschinen zusammen 56,1% (43,2% und 12,9%) zum Umsatz von Opera bei. Im ersten Quartal 2018 trugen die US-amerikanische und die russische Suchmaschine 44,8% bzw. 10,4% zum Umsatz von Opera bei.

Ausgehend von den Umsatzdaten von Opera und Yandex für das vergangene Jahr und das erste Quartal dieses Jahres dürfte der Beitrag der russischen Suchmaschine für den Browser-Entwickler in diesen Zeiträumen bei rund 16,6 Mio. und knapp über 4 Mio. US-Dollar gelegen haben.

Opera legt die Struktur der Zahlungen von Suchmaschinen nicht offen.

Suchmaschinen bezahlen einen Browser im Wesentlichen dafür, dass ihre Anteile am Suchmaschinenmarkt erhöht werden. Im Jahr 2012 hatte drei der Großen der Branche ihre Kaufabsicht am Opera Browser bekundet, Facebook, Yandex und Google.

Was das für Opera bedeutet

Gerade bei einem Börsengang ist diese Abhängigkeit nicht nur eine Randnotiz. Wenn ein großer Teil der Einnahmen an wenige Partner gebunden ist, schaut der Markt genauer hin. Wie stabil ist das Geschäftsmodell? Wie verlässlich bleiben diese Zahlungen, wenn sich der Wettbewerb verschiebt?

Für Opera ist das eine Chance und ein Risiko zugleich: Die Partnerschaften sorgen für planbare Erlöse, machen das Unternehmen aber auch empfindlich gegenüber Veränderungen im Suchmarkt. Genau an dieser Stelle wird aus einer nüchternen Zahl plötzlich eine strategische Frage.

Ein kurzer Blick auf die Einordnung

  • Mehr als die Hälfte des Umsatzes stammt aus Suchmaschinen-Deals.
  • Google bleibt der wichtigste Partner, Yandex spielt ebenfalls eine spürbare Rolle.
  • Die genaue Zahlungsstruktur bleibt im Dunkeln.
ZeitraumGoogleYandexZusammen
201743,2%12,9%56,1%
Q1 201844,8%10,4%55,2%

Für Beobachter ist das ein interessanter Hinweis darauf, wie stark Browser und Suchmaschinen wirtschaftlich miteinander verflochten sind. Und genau deshalb lohnt sich bei Opera nicht nur der Blick auf den Browser selbst, sondern auch auf die Partner dahinter.

Weitere Business SEO-News