Zusammenfassung
Microsoft Corp. gab offiziell den Kauf der weltweit führenden Plattform für Entwickler GitHub bekannt. Der Transaktionswert beläuft sich auf 7,5 Milliarden US-Dollar und setzt sich aus dem Erwerb von Anteilen zusammen.
Für viele Entwickler ist das mehr als nur eine weitere Übernahme aus dem Silicon Valley. GitHub ist für Teams längst so etwas wie der gemeinsame Werkstatttisch: Hier liegen Projekte, hier werden Änderungen abgestimmt, hier entsteht Software Schritt für Schritt. Genau deshalb dürfte der Deal in der Branche aufmerksam beobachtet werden.
Wie aus einer Erklärung von Microsoft zu entnehmen sind, werden die Unternehmen gemeinsam den Entwicklern helfen, in jeder Phase des Entwicklungszyklus mehr zu erreichen und die Nutzung von GitHub zu beschleunigen. Durch diesen Deal soll es Microsoft auch möglich werden, die Zielgruppe seiner Dienste und Tools auch für Entwickler zu erweitern.
„Microsoft ist ein an Entwicklern orientiertes Unternehmen, und wir werden uns mit GitHub zusammenschließen, um unser Engagement für die Freiheit von Entwicklern, Offenheit und Innovation zu stärken“, kommentiert den Kauf der Microsoft-CEO Satya Nadella.
Gemäß den getroffenen Vereinbarungen, wird GitHub weiter ein unabhängiges Unternehmen bleiben eine offene Plattform für alle Entwickler branchenübergreifend bereitstellen.
Das ist ein wichtiger Punkt, denn gerade bei solchen Übernahmen steht schnell die Frage im Raum: Bleibt die Plattform wirklich offen? Microsoft versucht hier, Vertrauen zu schaffen und zugleich die eigene Position im Entwickler-Ökosystem zu stärken. Für Nutzer bedeutet das zunächst vor allem eines: aufmerksam beobachten, wie sich Produkte, Schnittstellen und die Zusammenarbeit künftig entwickeln.
Der Geschäftsführer von GitHub wird Vizepräsident von Microsoft Nat Friedman. Der derzeitige CEO der Plattform, Chris Wanstrath, wird die Position des führenden technischen Spezialisten von Microsoft übernehmen. Er wird an strategischen Software-Initiativen arbeiten und an den Executive Vice President von Microsoft Scott Guthrie berichten.
„Ich bin sehr stolz auf das, was GitHub und unsere Community in den letzten zehn Jahren erreicht haben, und ich freue mich darauf, zu sehen, was vor mir liegt. Ich erwarte eine glänzende Zukunft für die Softwareentwicklung und freue mich sehr, mich mit Microsoft zu vereinigen“, sagte Wanstrath.
Die Transaktion soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Derzeit wurde die Vereinbarung noch nicht von den Aufsichtsbehörden geprüft.
Am Ende hängt viel davon ab, ob Microsoft GitHub als lebendige Plattform weiterführt oder zu stark in das eigene Produktuniversum einbindet. Für Entwickler bleibt der Deal deshalb spannend – und ein bisschen auch ein Test dafür, wie offen große Tech-Konzerne mit offenen Plattformen umgehen.