Zusammenfassung
Die Federal Communications Commission (FCC) hat beschlossen, das unter Barack Obama eingeführte Prinzip der Netzneutralität abzuschaffen. Diese Lösung ermöglicht es Internetanbietern, zusätzliche Gebühren für die Erhöhung der Zugriffsgeschwindigkeit auf einzelne Websites zu erheben.
Was auf den ersten Blick nach einer technischen Feinheit klingt, kann im Alltag schnell spürbar werden: Wenn bestimmte Inhalte bevorzugt behandelt werden, verändert sich das offene Grundprinzip des Netzes. Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das im Zweifel nicht nur mehr Kosten, sondern auch weniger Transparenz darüber, wie Inhalte tatsächlich ausgeliefert werden.
Die Netzneutralität setzte eine gleichberechtigte Haltung der Internetprovider gegenüber Inhalten im Internet voraus, unabhängig von ihrer Art und Quelle. Drei Mitglieder der Kommission stimmten gegen den Erhalt des Prinzips, zwei für.
„Das Gesetz zur Netzneutralität“ wurde 2015 in den USA verabschiedet. Der Entwurf des Dokuments wurde von der FCC entwickelt. Die neuen Regeln sahen Sanktionen für das Blockieren, Beschleunigen oder Verzögern einzelner Sites von Internetanbietern vor. Der Initiator der Einführung dieser Regeln war der damalige Präsident Barack Obama, der die Meinung vertrat, dass die Prioritäten die Bedingungen für die Entwicklung des Internets untergraben würden.
Der neue Chef von der FCC Ajit Pai, ernannt von US-Präsident Donald Trump nach seinem Amtsantritt, behauptete das Gegenteil. Die Netzwerkneutralität würde seiner Meinung nach die Entwicklung der amerikanischen Internetwirtschaft behindert. Die Aufhebung des Prinzips wurde auch von den US-amerikanischen Telekom-Gesellschaften aktiv gefordert.
Im Mai 2017 hat die FCC einen Plan zur Abschaffung dieser Regeln angenommen. Zu dieser Zeit war die Entscheidung der Kommission jedoch nicht endgültig.
Im Juli dieses Jahres wurde in den USA eine groß angelegte Kampagne zur Erhaltung der Netzneutralität durchgeführt. Es wurde von großen Technologieunternehmen wie Google, Facebook, Amazon und anderen unterstützt. Die Aktion wurde „The Day of Action“ und „The Battle for the Network“ genannt.
Gerade solche Auseinandersetzungen zeigen, wie grundlegend die Frage ist: Wer entscheidet im Netz über Tempo, Priorität und Sichtbarkeit? Für viele Beobachter war die Debatte deshalb mehr als ein Streit um Regulierung. Sie berührte die Architektur des Internets selbst.
| Position | Argument |
|---|---|
| Befürworter der Netzneutralität | Gleiche Behandlung aller Inhalte, Schutz vor Bevorzugung einzelner Anbieter |
| Gegner der Netzneutralität | Mehr Spielraum für Internetanbieter und mögliche neue Geschäftsmodelle |
Trotz Proteste entschied sich die FCC für die Abschaffung der Netzneutralität. Damit war ein Prinzip gefallen, das lange als stilles Fundament eines offenen Internets galt. Wie weit die Folgen tatsächlich reichen, hängt nun davon ab, wie Anbieter, Politik und Nutzerinnen und Nutzer mit dieser neuen Lage umgehen.