Zusammenfassung

Im Jahr 2017 hat Google Facebook überholt und ist erneut führend bei der Weiterleitung von Traffic an Publisherseiten. Dies wird von Recode mit Bezug auf die Daten von Parse.ly gemeldet.

In diesem Jahr hat Facebook den Publishern 25% weniger Traffic gegeben und Google seinen Traffic um 17% erhöht.

Anfangs, in diesem Segment, wurde die dominierende Rolle von Google besetzt, dann gelang es Facebook aufzuholen. Jetzt haben die Firmen wieder die Plätze gewechselt und nach wie vor beanspruchen beide die Plätze und haben für sich den Anspruch hier die führende Rolle einzunehmen.

Im Januar 2017 entfielen rund 40% des externen Traffics von Publishern auf Facebook. Jetzt liegt diese Zahl bei 26%. Google begann im Jahr 2017 mit einem Anteil von 34%, und nun generiert die Suchmaschine 44% des Traffics.

Für Publisher ist das mehr als nur eine Statistik. Wer Reichweite aus sozialen Netzwerken und Suchmaschinen bezieht, spürt solche Verschiebungen oft direkt im Alltag: ein Artikel läuft plötzlich stark über Facebook, ein anderer hängt fast vollständig an der Suche. Genau deshalb lohnt es sich, die Entwicklung nicht nur zu beobachten, sondern die eigene Verteilung der Kanäle regelmäßig zu prüfen.

Laut Recode haben die folgenden Faktoren zum Wachstum von Google beigetragen:

  • Facebook aktualisiert ständig den Algorithmus des Newsfeeds, und Änderungen im Ranking der Inhalte können Konsequenzen für Publisher haben. Im vergangenen Jahr begann das soziale Netzwerk beispielsweise Posts von Freunden und Verwandten vor Posts von Verlegern zu positionieren.
  • Die „Instant Articles“ – Funktion auf Facebook, die mehr Traffic an Publisher-Sites senden soll, wird immer weniger nachgefragt.
  • Facebook Algorithmen bevorzugen das Videoformat, veröffentlicht auf der Plattform, den Textlinks
  • Google AMP wird im Gegensatz zu Instant Articles immer wichtiger. AMP-Veröffentlichungen befinden sich im oberen Bereich des Blocks „Top News“, sodass Publisher mehr Traffic erhalten können.

Gerade dieser letzte Punkt zeigt, wie stark technische Formate inzwischen mit Sichtbarkeit verknüpft sind. Wer Inhalte schnell, sauber und mobilfreundlich ausliefert, hat im Zweifel bessere Karten. Das heißt nicht, dass ein Kanal den anderen ersetzt. Aber die Gewichte verschieben sich, manchmal leise, manchmal ziemlich deutlich.

Der Parse.ly-Bericht basiert auf Daten von 2.500 Publishern, die den Analysedienst des Unternehmens verwenden, einschließlich des The Wall Street Journal, Time Inc., Mashable und Huffington Post.

Für Redaktionen und Content-Teams bleibt damit eine einfache, aber wichtige Frage offen: Wie abhängig ist der eigene Traffic von einzelnen Plattformen? Wer darauf eine ehrliche Antwort hat, kann besser planen, statt nur auf die nächste Algorithmus-Änderung zu reagieren.