Zusammenfassung

Im Jahr 2017 trennte Google unter den Werbetreibenden die Spreu vom Weizen. Insgesamt machte man im Unternehmen 3,2 Milliarden Anzeigen aus, die als schlechte Werbung eingestuft wurden. Gemäß dieser Daten, käme das einem Verbot von 100 Anzeigen pro Sekunde gleich. Das ist ein Zuwachs von 88% im Vergleich zu 2016 (1.7 Milliarden abgelehnte oder geblockte Anzeigen).

Was auf den ersten Blick nach einer nüchternen Statistik klingt, zeigt bei genauerem Hinsehen vor allem eines: Wie groß der Druck im digitalen Werbemarkt inzwischen geworden ist. Zwischen legitimer Werbung, fragwürdigen Angeboten und klaren Betrugsversuchen liegen oft nur wenige Klicks. Genau deshalb setzt Google immer stärker auf automatische Prüfungen und auf Regeln, die schneller greifen als manuell kontrollierte Meldungen.

Bei den sogenannten „schlechten Anzeigen“ bezieht sich Google auf alle Anzeigen, die gegen die Regeln der Werbung verstoßen, einschließlich Betrug, Phishing und Verbreitung von Schadsoftware. Und das Unternehmen bekämpft erfolgreich sowohl bei einzelnen Verstößen, als auch mit groß angelegten Aktionen, die von Betrügern koordiniert werden. Google berichtete, dass die meisten Werbeeinblendungen blockiert werden können, noch bevor sie sich negativ auf die Nutzer auswirken.

Im Jahr 2017 hat das Unternehmen 320.000 Publisher aus seinem Werbenetzwerk entfernt und rund 90.000 Websites und 700.000 mobile Anwendungen auf die schwarze Liste gesetzt.

Darüber hinaus löschte das Unternehmen jeden Monat etwa 2 Millionen Webseiten aus seinem Werbenetzwerk wegen Verstoßes gegen die Regeln. Dies wurde durch die Verwendung einer neuen Technologie möglich, mit der Sie die Anzeige von Anzeigen auf Seitenebene und nicht auf der gesamten Website blockieren können.

Von den gesperrten Google-Anzeigen waren es 79 Millionen, die Nutzer auf Malware-infizierte Websites leiten wollten. Im Jahr 2017 hat das Unternehmen aus seinem Netzwerk 400.000 solcher Websites entfernt. Weitere 66 Millionen Anzeigen wurden für Klicks und weitere 48 Millionen für die Installation unerwünschter Software geschaltet.

Letztes Jahr blockierte Google 650 Seiten für die Anzeige von Anzeigen neben gefaktem Content und weitere 12.000 für das Kopieren von Inhalten anderer Websites. Das Unternehmen hat außerdem 7.000 AdWords-Konten für das sogenannte „Tabloid-Cloaking“ gesperrt (Verwendung von Nachrichtenüberschriften mit Umleitung von Nutzern auf Websites, die fragwürdige Produkte verkaufen).

Um den neuen Bedrohungen gerecht zu werden, hat Google im Jahr 2017 28 neue Regeln für Werbetreibende und 20 neue für Publisher eingeführt. In diesem Jahr wird das Unternehmen auch die Werbung für hochriskante Finanzprodukte wie Kryptowährungen, ICO, binäre Optionen und CFDs verbieten. Facebook hat bereits im Januar ähnliche Maßnahmen ergriffen.

Für Werbetreibende und Publisher ist das mehr als nur eine Randnotiz. Wer sauber arbeitet, profitiert von klareren Spielregeln. Wer dagegen auf schnelle Effekte, irreführende Inhalte oder technische Tricks setzt, riskiert nicht nur die Sperrung einzelner Anzeigen, sondern im Zweifel gleich den Ausschluss aus dem Netzwerk. Am Ende ist genau das die eigentliche Botschaft dieser Zahlen: Reichweite bleibt wichtig, aber Vertrauen ist die härtere Währung.

Was die Zahlungen an die Werbepartner betrifft, so erhielten sie im Jahr 2017 von Google 12,6 Milliarden Dollar für die Werbung auf ihren Websites.

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