Auf einer SEO-Veranstaltung teilte Google-Mitarbeiter Gary Illyes seine Meinung mit, wie wichtig es ist, das Link-Profil der Website zu prüfen.

Da Google nun Penguin als Echtzeit-Updates, also ständig laufen lässt, werden Spam-Links ignoriert, anstatt Sanktionen auf Websites zu verhängen. Das führt dazu, dass der Wert des Link-Audits deutlich gesunken ist.

Laut Gary Illyes ist die Überprüfung von Backlinks derzeit nicht für alle Websites erforderlich.

„Ich habe mit vielen SEO-Spezialisten aus großen Unternehmen zu dem Thema gesprochen, was genau und wie sie das tun, und ihre Antworten unterschieden sich. Diese Unternehmen haben unterschiedliche Meinungen darüber, warum sie Links ablehnen. Ich persönlich halte die sehr häufige Durchführung von Audits nicht für sinnvoll, da wir die Links sehr erfolgreich ignorieren und wenn wir feststellen, dass die Links organischer Natur sind, ist es höchst unwahrscheinlich, dass wir in diesem Fall die Website mit manuellen Sanktionen behandeln.

Wenn Ihre Links von „Penguin“ ignoriert werden, sollten Sie sich darüber keine Gedanken mehr machen. Ich pflege meine eigene Website, die etwa 100.000 Besuche pro Woche erhält. Sie existiert seit circa 4 Jahren und ich habe nicht mal eine Disavow Datei. Ich weiß nicht einmal, wer so alles auf mich verlinkt.“

Das heißt aber nicht, dass Link-Audits grundsätzlich überflüssig wären. Der entscheidende Punkt ist eher: Wann lohnt sich der Blick ins Profil wirklich? Wer nie mit problematischen Maßnahmen gearbeitet hat, muss nicht in regelmäßigen Abständen jedes einzelne Backlink-Detail auseinandernehmen. Wer dagegen in der Vergangenheit Links gekauft, getauscht oder auf andere unnatürliche Weise aufgebaut hat, sollte genauer hinschauen.

Gerade dann kann eine saubere Prüfung helfen, Risiken früh zu erkennen und im Zweifel gegenzusteuern, bevor aus alten Fehlern ein echtes Problem wird. Gleichzeitig gilt: Nicht jeder auffällige Link ist automatisch schädlich. Manchmal ist Zurückhaltung sinnvoller als ein vorschnelles Disavow.

Praktisch lässt sich das so zusammenfassen:

  • Bei unauffälligen, natürlich gewachsenen Websites sind häufige Audits meist kein Muss.
  • Bei früheren Verstößen oder verdächtigen Linkmustern ist eine Prüfung des Backlink-Profils sinnvoll.
  • Ein Disavow sollte nicht leichtfertig eingesetzt werden, weil dabei auch nützliche Links verloren gehen können.
SituationLink-Audit sinnvoll?Warum?
Natürlicher Linkaufbau, keine VorgeschichteEher seltenSpam-Links werden oft ohnehin ignoriert
Frühere Linkkäufe oder manipulative MaßnahmenJaRisiken und Altlasten sollten geprüft werden
Unklare, stark schwankende Backlink-SituationJa, punktuellZur Einordnung und Absicherung

Daher sind Link-Audits erforderlich, wenn in der Website-Historie bereits Verstöße vorliegen. Aber für viele Website-Besitzer sind sie nicht notwendig, und es ist besser, diese Zeit für die Verbesserung der Website selbst aufzuwenden.

Genau an diesem Punkt setzt auch unsere Agentur für Suchmaschinenoptimierung an: Nicht der reflexhafte Blick auf jedes einzelne Signal bringt weiter, sondern eine klare Priorisierung. Erst die Substanz der Website stärken, dann dort prüfen, wo wirklich ein Risiko sitzt — das ist oft der ruhigere und zugleich vernünftigere Weg.

Am Ende ist das eine ziemlich nüchterne SEO-Logik: Nicht jedes Problem verdient denselben Aufwand. Wer die eigene Website sauber aufgebaut hat, fährt oft besser damit, Inhalte, Technik und Nutzererlebnis zu stärken, statt sich dauerhaft im Backlink-Dschungel zu verlieren.