Zusammenfassung

Googles Muttergesellschaft Alphabet gab ihre Geschäftsergebnisse für das erste Quartal 2018 bekannt.

Auf den ersten Blick liest sich das wie ein ziemlich starkes Quartal. Doch hinter den Zahlen steckt mehr als nur ein kräftiger Umsatzsprung: Alphabet zeigt, wie sehr das Geschäft von Google weiter trägt, während andere Bereiche noch auf dem Weg zur Profitabilität sind.

Gesamtergebnis

Im Berichtszeitraum ist der Gesamtumsatz um 26% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und erreichte 31.1 Mrd US-Dollar. Davon entfielen 30.996 Milliarden US-Dollar auf Google. Dabei wurden Markterwartungen übertroffen (30.3 Mrd US-Dollar nach Prognosen von Thomson Reuters).

Alphabets Quartalsgewinn betrug 9,4 Milliarden US-Dollar oder 13,33 US-Dollar pro Aktie und übertraf damit auch die Erwartungen der Analysten (6,56 Milliarden US-Dollar oder 9,28 US-Dollar pro Aktie).

Rund 2,4 Milliarden US-Dollar Gewinn waren auf eine neue Methode zur Bilanzierung von nicht realisierten Gewinnen aus Alphabet-Investitionen in Start-ups wie Uber und Airbnb Inc. zurückzuführen. Das Unternehmen berücksichtigt nun die Bewertung des aktuellen Werts ihrer Anlagen und wartet nicht auf die Einnahmen aus dem Verkauf der Anteile.

Diese Änderung des Rechnungsführungssystems ermöglichte es dem Unternehmen, die Steuerquote von 20% im ersten Quartal 2017 auf 11% zu senken. Unter Ausklammerung der Kosten für Investitionen und andere Posten belief sich der bereinigte Gewinn des Unternehmens auf 9,93 US-Dollar pro Aktie.

Was die Zahlen im Kern zeigen

  • Das Werbegeschäft bleibt der klare Motor des Konzerns.
  • Die Profitabilität profitiert nicht nur vom Wachstum, sondern auch von bilanziellen Effekten.
  • Gleichzeitig steigen die Kosten weiter, was den Blick auf die nächsten Quartale spannend macht.

Google

Google-Werbeeinnahmen im ersten Quartal 2018 betrugen 26,64 Milliarden US-Dollar, das operative Gewinn 8,37 Mrd. US-Dollar. Die Kosten des Traffic-Einkaufs sind von 4,629 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2017 auf 6,228 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2018 gewachsen und repräsentieren 24% der gesamten Werbeeinnahmen des Unternehmens.

Der Anteil von bezahlten Klicks stieg im Google Werbenetzwerk um 59 Prozent im Jahresvergleich und um 8 Prozent im Quartalsvergleich. Der CPC sank um 19 Prozent bzw. 7 Prozent entsprechend. Der Preis pro Einblendung im Google Partnernetzwerk ist im Jahresvergleich um 18% gestiegen und um 10% im Quartalsvergleich gesunken.

Für Werbekunden ist das ein gemischtes Bild: Mehr Klicks deuten auf eine hohe Nachfrage und starke Nutzung hin, sinkende Klickpreise können aber auch bedeuten, dass sich der Markt weiter verschiebt. Genau in dieser Balance liegt derzeit ein großer Teil der Dynamik bei Google.

Other bets

Der Umsatz von Alphabet im Segment „Other bets“ (nicht profitable Bereiche) belief sich im Berichtsquartal auf 150 Millionen US-Dollar. Der Betriebsverlust belief sich gleichzeitig auf 571 Milliarden US-Dollar.

Diese Sparte bleibt damit ein langfristiges Projekt. Sie zeigt, dass Alphabet weiter bereit ist, in Ideen zu investieren, die heute noch nicht tragen müssen. Für Anleger ist das oft Geduldsarbeit, für den Konzern aber ein wichtiger Teil der Strategie.

Kosten

Trotz des Umsatz- und Gewinnwachstums stiegen auch die Kosten des Unternehmens. Die Hauptwachstumstreiber waren der Kauf von Rechten zum Streamen von Videos für den neuen Fernsehdienst auf YouTube und die Kosten für die Bewerbung neuer Produkte.

BereichEntwicklungEinordnung
Umsatz+26%Deutliches Wachstum, getragen vor allem von Google
Gewinn9,4 Mrd. US-DollarÜber den Erwartungen der Analysten
Traffic-EinkaufSteigendBelastet die Marge im Werbegeschäft
Other betsWeiter im MinusLangfristige Investitionen ohne schnellen Ertrag

Verbesserung des Schutzes der Vertraulichkeit in der EU und den USA

Mögliche Auswirkungen aktueller Datenskandale, wie beispielsweise bei Facebook, sowie auch die neuen Gesetze zum Umgang mit personenbezogenen Daten in der EU werden Google nach eigenen Aussagen wahrscheinlich weniger betreffen.

„Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die meisten unserer Werbegeschäfte auf die Suche beziehen, wo wir uns auf sehr begrenzte Informationen verlassen und uns vor allem auf die eingegebenen Keywords konzentrieren, um relevante Werbeanzeigen zu präsentieren“ – sagte Google-Chef Sundar Pichai.

Genau darin liegt auch der entscheidende Unterschied: Wer Suche nutzt, hinterlässt oft weniger sensible Spuren als in sozialen Netzwerken. Das schützt Google nicht vor regulatorischem Druck, verschafft dem Unternehmen aber zumindest eine etwas robustere Ausgangsposition.

Unterm Strich bleibt das erste Quartal 2018 für Alphabet ein starkes Signal. Wachstum, Gewinn und operative Stärke stimmen, auch wenn Kosten und Investitionen weiter hoch bleiben. Wer die Entwicklung des Konzerns verfolgt, sollte deshalb nicht nur auf den Umsatz schauen, sondern auch auf die Frage, wie nachhaltig dieses Tempo in den kommenden Quartalen bleibt.

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