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„Minusinsk“. Yandex Linkpolitik kommt mal wieder mit einem neuen Update!

Veröffentlicht in: SEO Russland, am: 29 April 2015 | No Comments |

Was hat man nicht schon in Sachen Links aus dem Hause Yandex gehört, eine Ankündigung nach der anderen, die danach wieder doch nicht so umgesetzt wurde, wie angekündigt. Webmaster sind verunsichert, was man noch glauben soll. Eines ist sicher, an das Märchen, dass Backlinks null Gewicht in der russischen Suchmaschine haben sollen, glaubt niemand mehr.

Minusinsk

Minusinsk, eine russische Kreisstadt in Sibirien

 

Minusinsk

Dennoch ist auch ein Alexander Sadovsky, der Leiter der Suchdienste bei Yandex ist, mit einem erneuten Statement zur Linkpolitik nicht müde geworden und verkündet Mitte April auf der Konferenz „Bynet Week“ einen neuen Algorithmus.

„Der russische Matt Cutts“, Alexander Sadovsky, hat auf der Konferenz den Algorithmus „Minusinsk“ angekündigt, unter dem ab Mai alle Links, in allen Regionen, in denen Yandex tätig ist, fallen sollen. Das wären dann private, als auch kommerzielle Links. Hier ein Auszug aus der Rede:


 

Wichtigste Statements:

– „Ab dem 15. Mai wird Yandex beginnen, Websites in den Suchergebnissen hart abzustrafen, die SEO-Links gekauft haben.“
– „Diese Maßnahme wird alle Websites, aus allen Bereichen, Branchen, sowohl bei privaten, als auch bei kommerziellen Websites und alle Regionen betreffen.“
– „Regelmäßig werden in den Suchergebnissen exemplarisch auch die Unternehmen abgestraft, die als Hauptumsatzträger gelten. Auch Marktführer werden dann davon betroffen sein.“
– „Links sollten frühzeitig entfernt werden. Je früher, desto besser.“
– „Wenn Sie Links erst am 13. Mai entfernen, könnte Yandex keine Zeit haben zu indizieren.“
– „Gewissermaßen als rote Karte, sollen allen Websitebetreibern Warnmeldungen per Yandex Webmaster Tools, aber auch per SMS-Nachrichten versendet werden.“ (Beispiel siehe unten)
– „99 Prozent der größten Websites sind bereits in Yandex Webmaster Tools registriert.“
– „Seien Sie schneller, als die anderen. Marktführer können algorithmisch neu definiert werden.“
– „Jetzt ist die richtige Zeit, um das Geld für Linkkauf besser in die Verbesserung der Website zu investieren.“
– „Früher hatte man als Websitebetreiber die Angst Links zu entfernen, weil man in den Suchergebnissen dadurch schlechter werden könnte. Heute muss man Angst davor haben, die Links nicht zu entfernen.“ Das und die Ankündigungen Sadovskys sollen wohl zu einen großen Teil zu dieser Denkweise antreiben.

Minusinsk

Minusinsk, eine russische Kreisstadt in Sibirien

 

Mittlerweile sind die Nachrichten und neuen Ankündigungen seitens Yandex, indem es um SEO, Algorithmen und Ranking geht, schier unüberschaubar. Ebenso verhält es sich derzeit mit den neuesten Nachrichten, die von der Suchmaschine über Yandex.Webmaster an die Websitebetreiber derzeit rausgehen. Sie sind eine Abmahnung und kündigen die unmittelbar an. In denen heißt es, dass jetzt die Zeit sei, in der sich die SEO-Sünden der Vergangenheit negativ im Ranking auswirken werden.

Warum geht Yandex gegen „wirkungslose Links“ extra vor?

Was aber die prädominante Frage sein dürfte, die man sich in Expertenkreisen stellt und gelten muss, ist die, warum Yandex gegen Backlinks vorgehen möchte, die ohnehin schon als wirkungslos gelten? Sind die Backlinks vielleicht doch nicht so wirkungslos wie immer behauptet wird?

Sadovsky wörtlich:

„In der Zeit, als wir erklärt haben, dass Backlinks bei kommerziellen Websites kein Gewicht haben werden, lag der Anteil der gekauften Links bei 70 Prozent. Als Ergebnis sank die Quote der gekauften Links dort um 14 Prozent im kommerziellen Bereich, auch nur da, wo abgestraft werden sollte. Das passierte aber nicht dem Umfang, wie wir es gerne gesehen hätten.“

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Da die vergangenen Maßnahmen von Yandex, bei denen es darum ging Backlinks ganz als Rankingfaktor abzuschaffen, nicht die gewünschte Wirkung bei den Websitebetreibern hatte, möchte man mit „Minusinsk“ ab dem 15. Mai aber mehr Erfolg haben. Das neue Update soll nun alle Webpräsenzen betreffen und nicht nur landesweit, neben Russland auch Weißrussland, Kasachstan und die Ukraine.

Eigentlich bedeutet das nichts anderes als: die Menschenfreunde von Yandex helfen den ahnungslosen Webmastern beim Geldsparen.

Der wesentliche Unterschied besteht also darin, dass sich diese Maßnahmen nicht mehr nur auf Moskau und Moskauer Umland wie früher beschränken. Einmal mehr sind die Äußerungen seitens Sadovskys rationell nicht nachvollziehbar und widersprüchlich.

Yandex hat festgestellt, dass dieses Phänomen – der Linkkauf – sozialer Natur ist. Man ist weiterhin bereit, für etwas zu bezahlen, was keine Effekte mit sich bringt.

Eigentlich bedeutet das nichts anderes als: die Menschenfreunde von Yandex helfen den ahnungslosen Webmastern beim Geldsparen. Webmaster, die weiterhin Links kaufen, von den sie wissen, dass sie keine Effekte haben, selbst vor diesen Webmastern und ihrem Handeln sollte man Respekt haben.

Sadovsky sagt:

„Mit der Einführung des neuen Algorithmus, wird es für rücksichtslose Webseitenbetreiber nicht mehr so ohne weiteres möglich sein, andere Marktteilnehmer auf unlauterem Wege auszuspielen.“

Sadovsky verkündet "Minusinsk"

Sadovsky verkündet „Minusinsk“. 14.04.2015, „Bynet Week“

 

Und was jetzt Yandex? Experiment misslungen?

Noch im vergangenen Jahr verkündete Sadovsky, ebenfalls bei der selben Konferenz „Bynet Week“ die „Abschaltung von Backlinks“. Daraufhin folgten heftige Diskussionen über die Rolle von Backlinks bei Yandex, die das ganze 2014 andauerten.

Von einer Abschaffung der Backlinks als Rankingfaktor bei Yandex konnte auch 2014 nicht mal in Moskau die Rede gewesen sein

In Expertenkreisen ging man schließlich davon aus, dass der Einfluss eines jeden einzelnen Links zwar schwächer geworden ist, aber von einer Abschaffung als Rankingfaktor keine Rede sein kann. Es gab viele Fälle, in denen nach dem Entfernen von Links Rankings viel schlechter wurden, wobei dies laut Yandex eigentlich nichts ändern sollte.

Heute geht Sadovsky von einer anderen Ausgangslage aus: „Wir werden auch die Links abstrafen, die im letzten Jahr noch funktioniert haben.“

Die Situation, so wie sie sich nach allen Ankündigungen von Yandex dargestellt hatte, wurde nicht ernst genommen. Viele russische Webmaster sehen das so: während Google daran arbeitet einen sichtbaren Nutzen für die User zu bringen, bei der es auch um die Ausgabe von mobilen Inhalten geht, sind viele Dinge bei Yandex nur für Interne transparent. Die Ankündigungen von Yandex bezüglich der Backlinks werden vielfach mit einem Märchen verglichen, in dem ein kleiner Junge nach Hilfe schreit, weil er von Wölfen angegriffen wird, aber sich das als nicht wahr herausstellt. Irgendwann wird der Junge nicht mehr ernst genommen und wenn der Wolf tatsächlich kommt, wird dem Jungen nicht geholfen.

Sadovsky und Yandex haben zu häufig „Wölfe!“ geschrien!

Es ist klar, dass Yandex die Regeln des Internets in Russland als Suchmaschine maßgeblich bestimmt und das auch weitestgehend frei tun kann, wenn es nicht gegen bestehendes Recht in der Russischen Föderation verstößt. Andere Marktteilnehmer nehmen eine durchaus kritischere Position ein, bei der vielfach von einer Obsession der Suchmaschine geredet wird.

Derzeit halten eine überschaubare Zahl von Websites aber immer noch an einer alten SEO-Strategie fest, da sie sagen, dass wie im Märchen oft genug geschrien wurde. Für sie bleibt alles beim Alten, mit Links als Optimierungsmaßnahme, weil Sadovsky häufig genug „Wölfe!“ geschrien hat.

So sehen russische Webmaster diese Situation

Eine Umfrage in einem großem russischen SEO-Forum zeigt auf, an was Webmaster glauben und an was nicht. 5 Fragen wurden gestellt und hier sind die Ergebnisse.

1. Was ist SEO-Link nach dem Verständnis von Yandex?

Ist ein Link, der nur dazu da ist, um das Ergebnis zu beeinflussen (58%)
Links, die von einem themenfremden Linkgeber kommen, mit Keywords im Anker (20%)
Links und Beiträge, für die ein Honorar bezahlt wird (14%)
Yandex ist nicht in der Lage SEO-Links zu erkennen (8%)

2. Was glauben Sie wird mit Websites passieren, die Links weiterhin kaufen?

Die Websites werden schlechter, die in dem jeweiligen Bereich, in dem sie agieren am meisten Links haben(49%)
Yandex wird einige bekannte Websites manuell abstrafen, um den Rest einzuschüchtern (25%)
Die Websites, die über bekannte Linkbörsen kaufen, werden schlechter im Ranking(21%)
Es gibt keine Sanktionen, es sind alles Horrorszenarien von Sadovsky (5%)

3. Wie werden konkrete Strafen bei „Minusinsk“ aussehen?

Verglichen wird „Minusinsk“ mit dem Penguin-Update von Google. Man geht davon aus, dass der Filter regelmäßig manuell aktiviert und Sanktionen automatisch aufgehoben werden, nachdem schlechte Links entfernt werden (30%)
Man glaubt, dass Sanktionen, die auf eine Website verhängt werden, sich über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erstrecken werden (wie die bekannte Yandex-Strafe für Manipulationen des User Verhaltens) Egal was kommt, früher als 6 Monate keine Aufhebung der Sanktionen (28%)
Man glaubt, dass selbst die Yandex-Entwickler nicht verstehen, wie es funktioniert oder funktionieren soll (28%)
Man denkt, dass das Abwerten der Site durch eine schriftliche Anfrage bei Yandex wieder aufgehoben werden kann. So wie es in ähnlicher Weise auch bei Google praktiziert wird. (14%)

4. Was werden Sie bis zum 14. Mai tun, um nicht in den Filter zu kommen?

Ich werde nichts unternehmen, zumindest nicht bis zu 15. Mai (37%)
Ich entferne nur gemietete, jedoch nicht „für immer“ gekaufte LInks (31%)
Ich werde nur dann Links entfernen, wenn Yandex mich schriftlich per Webmaster Tools dazu auffordert (27%)
Ich werde alle Backlinks entfernen (5%)

5. Wollen Sie Ihre Linkaufbau-Strategie ändern?

Ich werde weiterhin Links kaufen, aber moderater, ohne Keywordflut im Anker und von besseren Linkgebern (56%)
Ich werde auf andere Methoden, wie beispielsweise Crowd Linkbuilding, zugreifen (28%)
Ich werde versuchen bei der Website mehr auf das Nutzerverhalten und andere Faktoren zu achten (8%)
Ich werde weiterhin unverändert Links kaufen (8%)

Fazit:

– Das Update ähnelt sehr stark der einfacheren, aber tiefer gehenden Version des Google Updates Penguin – aber, Made in Russia. Man kann aber davon ausgehen, dass es viel strenger zur Anwendung kommen wird, da der Kauf von Links in Russland ein sehr viel größeres Problem für die Suchmaschinen darstellt. In keinem anderen Land der Welt werden so viele Links gekauft.

Links, die ab Mitte Mai gekauft werden, können zumindest nicht schaden. Schach und Matt, Yandex!

– Ein wichtige Frage steht jedoch im Raum, die bis dato niemand zu beantworten wusste: Was tun, wenn negative SEO von der Konkurrenz angewendet wird, um einer anderen Website zu schaden? Einer der Unterschiede zu Googles Penguin besteht darin, dass sich Betroffene über das „Disavow Tool“ bei Google wenigstens gegen solche Angriffe wehren konnten. Beim Yandex Webmaster Tool ist eine solche Funktion nicht bekannt.

– Sadovsky versichert, dass es keine Nachteile für Websites durch negative SEO geben werde. Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass Links, die ab Mitte Mai gekauft werden, zumindest nicht schaden können!

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