Berlin Alexanderplatz - Russischer Baulöwe baut 150 Meter Hochhaus

Veröffentlicht in: Politik und Geschehnisse Russland, am: 22 Juni 2015 | 1 Comment |

Die Unternehmensgruppe „Monarch“ von Sergey Hambardzumyan investieren 160 bis 180 Millionen Euro, um ein 150 Meter-Hochhaus im Zentrum Berlins zu errichten. Dabei gilt der Standort am „Alex“ als einer der geschichtsträchtigsten der Spree-Metropole.

Alexanderplatz Berlin

Alexanderplatz Berlin. (c) Bildquelle: flickr /
Sebaso
/ CC BY 2.0

 

Wie die Monarch AG gegenüber der Presse mitteilte, wird es sich bei dem Hochhaus um eine multifunktionale Einheit handeln. Hauptanteilseigner Hambardzumyan, der einen Unternehmensanteil von 76 Prozent hält, kommt aus Bezügen, die in Russland gemeinhin in einem Atemzug mit enger Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft entspringen. Der Mann war von 2003 bis 2007 stellvertretender Leiter der Stadtplanung für Moskau und von 2007 bis 2011 Berater des Leiters der Baubehörde.

Hotel, Büros & Wohnungen

Unter Bezug auf die Verwaltung der Stadt Berlin berichtete die Financial Times am 17. April, dass die „Monarch AG“ den Komplex mit 46.000 qm bauen wird. Nach Informationen von „Cushman & Wakefield“ liegt der Wert des gekauften Grunds von „Monarch“ bei 4700 Euro pro Quadratmeter.

„In den ersten vier Etagen werden Verkaufsfläche geplant, weitere 15 Etagen wird ein Hotel einnehmen, der Rest ist für Büros und Wohnungen vorgesehen. Insgesamt 46 Etagen,“ – sagt der Geschäftsmann

Bereits vor zwei Jahren äußerte der Generaldirektor von „Monarch Development“ Andrey Monosov die Absicht, in Berlin zu bauen. Damals sprach er von drei Hochhäusern und den Plänen dort Sozialwohnungen zu errichten, mit der Gesamtfläche von 6000-7000mq. Berlin ist einer der am meisten unterschätzten Hauptstädte Europas, so Monosov.

Nach Auffassung von Alexander Sharapov, sind Immobilien in Berlin weit unterbewertet und liegen zehnmal unter den Immobilienpreisen von London. Die Rendite des investierten Kapitals liegt bei 20 bis 25 Prozent, dennoch könne man den Markt nicht mit dem von Paris oder London vergleichen.

An den Erfolg des Projekts glaubt auch der Leiter des Berlinbüros von Cushman & Wakefield, Hans-Joachim Friedrich: „Der Alexanderplatz ist einer der historischen Schauplätze Berlins, in dessen Umfeld derzeit viele neue Bauvorhaben realisiert werden.“

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Teurer Bezirk, teures Berlin

Die durchschnittlichen Kosten für Wohnimmobilien in Berlin betragen 2800 bis 3000 Euro pro Quadratmeter. Für hochwertige Neubauwohnungen am Alexanderplatz muss man jedoch 5500 bis 7000 Euro pro Quadratmeter hinblättern.

Laut JLL lag die Leerstandquote für Büroimmobilien im ersten Quartal 2015 nur bei 7,4 Prozent und sie nimmt ständig ab. Das Gesamtvolumen an hochwertigen Büroflächen nimmt zu und auch der Hotel- und Übernachtungsmarkt zeigt eine positive Dynamik. Die Hotelauslastung liegt durchschnittlich bei 74%, der durchschnittliche Übernachtungspreis bei 89 Euro.

Mietpreise im hochwertigen Bürosegment sind stabil und liegen bei 22 Euro pro 1qm pro Monat.

Monarch AG. Logo

Monarch AG. Logo

 

MONARCH AG

Die Anfänge der Unternehmensgruppe Monarch gehen auf das Jahr 1994 zurück, als Sergey Hambardzumyan seine erste Baufirma ASMI gründete. In diesen Jahren trat man vielfach als Subunternehmer auf. Einer der ersten Projekte war der Wiederaufbau des Bürogebäudes in der Dmitrjevskij Gasse. Zwei Jahre später war man maßgeblich an den Wiederaufbauarbeiten der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau beteiligt.

Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau

Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau

 

Im Jahr 1999 firmierte man unter „Monarch&S“. Hambardzumyan war danach für mehrere Jahre Vizepräsident des mächtigen Moskauer Stadtbau Unternehmens „Glavmosstroy“. Im Jahre 2003 wurde offiziell der Konzern Monarch gebildet. Neben seiner Tätigkeit im eigenen Unternehmen, nahm Hambardzumyan einen Posten als Stellvertreter von Vladimir Resin an, der Leiter der Abteilung für Stadtplanung, Politik, Entwicklung und Wiederaufbau Moskaus war. Von dem Zeitpunkt an, erhielt Monarch eine Reihe von sehr lukrativen städtischen Großaufträgen.

Mehr zu Monarch AG: Seite 3 unseres Beitrags „Bauwirtschaft und Bauunternehmen in Russland 2012“

Im Jahr 2005 stieg die Zahl der Bauaufträge aus öffentlicher Hand um ein vielfaches an. Dazu zählen: ein Regierungsgebäude der Moskauer Stadtduma, das International Business Center „Moskau City“, das jedoch nie fertiggestellt wurde; das Eishockey-Stadion Khodynka Arena mit einer Gesamtfläche von 45.000 Quadratmetern, sowie ein Krankenhausbau, ein Basketball-Stadion und Fitnesscenter.

Im Jahr 2013 konnte der Monarch Konzern laut „Spark“ einen Umsatz von 4,6 Milliarden Rubel, sowie einen Reingewinn von 339 Millionen Rubel erzielen.

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1 Kommentar zum Beitrag : Berlin Alexanderplatz – Russischer Baulöwe baut 150 Meter Hochhaus

  1. Markus sagt:

    Ist schon krass, was sich da am Immobilienmarkt tummelt. Komme selber auch aus Berlin, aber zugezogen, vor 9Jahren. Da weiß ich noch, dass da schon viel gebaut wurde, aber Mieten noch erträglich waren. Im Vergleich zu anderen Metropolen, konnte man immer eine bezahlbare Wohnung finden und auch mal ein Zimmer für zwischendurch. Das ist heute alles vorbei. Betongold kann ich schon gar nicht mehr hören, denn was dem einen ein gutes Investment und mehr Gewinn bedeutet, lässt insbesondere Familien, die bezahlbaren Wohnraum suchen, jedoch nicht ins „Ghetto“ möchten, vor die Wand fahren. Mir sind die Russen, die hier ehrlich leben und arbeiten möchten sehr viel lieber als das Investoren sind.

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