Vom Zeugen zum Ankläger – Wie sich Yandex im Kartellrechtsstreit gegen Google in Europa neu positioniert

Veröffentlicht in: Online Handel und E-Commerce, am: 1 Dezember 2015 | 1 Comment |

und sind Rivalen im Suchmaschinengeschäft, das nicht erst seit gestern und das nicht nur in Russland!

Nach einem Rechtsstreit in Russland, bei dem sich Yandex an die obersten Kartellhüter des Landes, FAS, gewendet und maßgeblich an einer erfolgreichen Klage gegen Google gearbeitet hat, ist das Unternehmen auch in Europa gegen den Suchriesen im Feldzug und hat auch hier Klage bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Neu ist, dass Yandex einst nur als Zeuge in einem Verfahren gegen Google aufgetreten ist und jetzt die Position eines Klägers einnimmt!

Android Streit Europa

Streit Europa. Bildquelle: flickr / Uncalno Tekno / CC BY 2.0

 

Android-Streit in Europa

In Europa geht es faktisch um dasselbe Thema – Googles Vormachtstellung über Android auf dem mobilen Sektor. Neu ist, dass Yandex aber von der einstigen Zeugenposition im Verfahren abgerückt ist und jetzt Kläger gegen Google in Europa ist. Google wird beschuldigt sich wettbewerbswidrig zu verhalten. Eine entsprechende Klage wurde bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Von dem Ergebnis hängt ein möglicher Markteintritt von Yandex in Europa ab. Vielmehr könnte man das auch so interpretieren, als das man das Ergebnis abwartet, ob ein Markteintritt dann überhaupt ratsam ist, denn derzeit ist die Marktposition von Google so massiv, dass kaum Drittanbieter sich durchsetzen können.

Neu ist, dass Yandex einst nur als Zeuge in einem Verfahren gegen Google aufgetreten ist und jetzt die Position eines Klägers einnimmt!

Wie ein Vertreter der Europäischen Kommission, Ricardo Cardoso der Tageszeitung „Wedomosti“ bestätigte, habe die Kommission mehrere Beschwerden in Bezug auf das Betriebssystem Android erhalten. Die Kommission werde die Anträge im Rahmen einer Untersuchung bestätigen.

Wohlmöglich von dem kleinen Sieg gegen Google auf dem heimischen Gebiet befeuert, sieht man auf Seiten Yandex der Klage erneut aussichtsreich entgegen:

„Zu dem Antrag an die Europäische Kommission kann man sagen, dass wir kürzlich noch in der Funktion eines Zeugen aufgetreten sind, aber uns jetzt in der Rolle des Klägers sehen. Wir erwarten, dass die Europäische Kommission unsere Meinung trägt und ebenfalls zu der Auffassung gelangt, dass ein fairer Wettbewerb und gleicher Zugang zum Betriebssystem Android für alle – sowohl Google, als auch Drittanbieter – hergestellt werden sollte.“

Die Klage vor der Europäischen Kommission wird vom Zusammenschluss aus mehreren Unternehmen geführt, die sich in „Fairsearch“ organisieren und eine Sammelklage bilden. Beteiligt sind auch Unternehmen „Aptoide“ und „Disconnect“.

Auf das Jahr 2013 gehen die Beschwerden von Microsoft, Nokia, Oracle, Expedia, Tripadviser und weiteren zurück, die der Kommission vorgebracht wurden und bei denen es ausschließlich um Android geht.

Lesen Sie die ganze Geschichte über den Yandex vs. Google Android-Streit

Android Streit Europa. Bildquelle: flickr /  Sebastien Bertrand  / CC BY 2.0

Android Streit Europa. Bildquelle: flickr / Sebastien Bertrand / CC BY 2.0

 

Kläger in Europa – die Beweggründe von Yandex

Yandex betonte in der Vergangenheit mehrfach die Absicht auch in Europa Fuß zu fassen, dort aber keine fairen Wettbewerbsvoraussetzungen zu finden.

„Die Ergebnisse der Untersuchungen in Europa und auch die Entscheidung der Europäischen Kommission sind die Faktoren, die Geschäfte und Aussichten maßgeblich beeinflussen werden“

– sagte Asya Melkumova von Yandex.

Das Unternehmen erwäge weiterhin verschiedenen Optionen für eine Ausweitung des Geschäfts, einschließlich einer geografisch neuen Ausrichtung. Doch der mobile Zugang ins Internet über Smartphone und Tablets ist derzeit von Konkurrenz abgeschottet und von Google widerrechtlich dominiert.

„Eine positive Entscheidung der Europäischen Kommission kann uns zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen verhelfen, die wiederum zu vielen neuen Formaten führen können“

– so Melkumova.

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