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Russland: Putin versucht in Sachen IT die Richtung vorzugeben

Veröffentlicht in: Online Handel und E-Commerce, am: 2 Juli 2014 | 2 Comments |

Viel Wirbel gab es in der letzten Zeit auch in der russischen IT-Branche. Mal waren es die kritischen Äußerungen des Präsidenten zur Suchmaschine , deren Aktienkurs daraufhin an den Börsen einbrach, mal war es die Diskussion um Zölle und Freigrenzen, bei Lieferungen aus dem Ausland.

Es besteht also Aufklärungs- und Handlungsbedarf. Das muss Putin wohl veranlasst haben, sich mit den führenden Unternehmen aus dem IT-Bereich, wie beispielsweise Mail.ru und Yandex zu treffen. Das Forum „Internet-Geschäft in “, fand am 10. Juni 2014 statt.

Putin, Volozh (Yandex)

Putin, Volozh (Yandex)

 

Das lukrative Geschäft Internet

„Das Internet in unserem Land ist zu einem sehr lukrativen Geschäft geworden, mit einem Anteil von 8,5 % am Bruttosozialprodukt und Gesamtumsatz von 8.5 Trillion Rubel“

– sagte Putin beim Auftakt des Forums.

„FRII“ ist eine staatliche Stiftung in Russland mit einem Gründungskapital von 6 Milliarden Rubel zur Unterstützung von Startups

Putin sprach auch davon, dass der Staat bereit sei diesen wichtigen Bereich der russischen Wirtschaft zu fördern und zu unterstützen. Weiterhin sei man dabei, insbesondere neue Unternehmen zu unterstützen. Putin erinnerte auch an eine vor etwa einem Jahr ins Leben gerufene Stiftung namens „FRII“ mit einem Gründungskapital von etwa 6 Milliarden Rubel zur Unterstützung von Startups im Internet.

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Nach der Präsidentenrede, die einige Minuten dauerte, konnten Experten und CEOs, wie Arkady Volozh von Yandex, Dmitry Grishin von , aber auch CEOs von RBC und Rambler mit Ihren Vorschlägen, Einschätzungen und Plänen der Unternehmen gehört werden.

Neben den landestypischen Problemen der IT-Branche, war ein beherrschendes Thema der Nachwuchsmangel im eigenen Land. Yandex Chef Arkady Volozh forderte Putin dazu auf, mehr in Bildung zu investieren. Auch verwandte Berufe, wie aus dem Bereich Naturwissenschaften, sollten mehr in Richtung IT abgestimmt werden, damit Russland nicht den internationalen Anschluss verliere.

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„Für russische Internet-Unternehmen begann die Phase der Erschließung von Auslandsmärkten und der weltweiten Bereitstellung von Alternativen bei der Auswahl der Services. Die Bereitstellung der Alternativen weltweit, das ist die Mission russischer IT-Unternehmen und die Richtlinie für die Exportwirtschaft“

– sagte Volozh.

FIPR. Iternetforum Russland

FIPR. Iternetforum Russland

 

Souveräne, alternative Suchmaschinen

„Beim weltweiten Internet, gibt es auch landestypische Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, damit sich die Wirtschaft auch dort entwickeln kann. Wenn Veränderungen auch auf nationaler Ebene umgesetzt werden, profitiert immer auch der Staat. Freie und unabhängige Suchmaschinen sind dabei einer der Grundvoraussetzungen. Der Staat muss dabei für Rahmenbedingungen sorgen“

– sagte Putin.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann und sollte ein Staat durch Beschränkungen und Verordnungen regulierend eingreifen

Die Grenzen der digitalen Freiheit

Im Gespräch mit Waldimir Putin, griff Dmitry Grishin von Mail.ru das Thema staatliche Regulierung beim Internet auf. Seiner Meinung nach sollte jeglicher regulativer Eingriff ins Internet von staatlicher Seite vermieden werden, der in irgendeiner Art und Weise Inhaltliches betrifft. Der Staat solle lediglich die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen.

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Putin konnte dem nur in Teilen zustimmen:

„Eine staatliche Regelung des Internets ist heute wichtiger als je zuvor, den die Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit macht auch nicht vor dem Internet halt, den das Internet ist keine rechtfreie Zone. In einer Zeit, in der immer mehr soziale und wirtschaftliche Beziehungen über das Internet geführt werden, ist das noch wichtiger geworden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann und sollte ein Staat durch Beschränkungen und Verordnungen regulierend eingreifen, wenn Grundrechte von Staat und Bürgern eingeschränkt werden. Russland wird nach wie vor seinen harten Kurs gegen Pädophile, Drogen, Terrorismus, Gewalt fortsetzen und den Kinderschutz im Besonderen ausweiten“

FIPR Russland, Wladimir Putin

FIPR Russland, Wladimir Putin

 

Russische Softwareprodukte können für den Staat 15% teurer sein, als importierte Software, so Putin

Protektionismus russischer Software

Russische Software ist international angesehen und russische Programmierer arbeiten längst nicht nur im eigenen Land, sondern bei internationalen Unternehmen a-la Google. Dennoch sehen einige Branchenkenner eine Notwendigkeit darin, speziell russische Software zu schützen und zu fördern. In der logischen Konsequenz würde es bedeuten, dass russische Software gegenüber importierter Software bevorzugt würde. Wie das genau erfolgen könnte, blieb unklar.

Dmitry Altukhov von Inter RAO UES schlug Präsident Putin eine Quote für russische IT-Entwicklungen vor, sowie ein Förderbudget. Putin antwortete darauf, dass russische Software häufig teurer ist und keine Notwendigkeit bestehe, den freien Markt zu regulieren.

Schnell zollfreie Grenze senken

Die CEO von OZON.ru, Maelle Gavet ist in besonderem Maße am Thema Zoll interessiert.

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Wer profitiert von den Zoll-Beschränkungen im russischen Online-Handel?

Auf das Thema angesprochen, antwortete Wladimir Putin, dass dem russischen Staate bei Lieferungen ausländischer Onlineshops, dem russischen Staat etwa 98 Milliarden Rubel an Steuern entginge, die im kommenden Jahreshaushalt mit einzurechnen seien. Wie wir mehrmals berichtet haben, stehen Änderungen bei den zollfreien Lieferungen ausländischer Shops unmittelbar bevor.

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