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Online Shopping in Russland per Gesetz geregelt?

Veröffentlicht in: Online Handel und E-Commerce, am: 10 Februar 2014 | 3 Comments |

Auch wenn sich , insbesondere in den ehemaligen GUS-Staaten, schnell verbreitet, besteht vielfach noch die Notwendigkeit Bereiche zu regeln. In ist man dabei vielleicht ein wenig zu weit gegangen, indem man bei Lieferungen ausländischer Onlineshops versucht hat einzugreifen.

Russischer Zoll

Russischer Zoll

 

Besondere Regelungen für Einkäufe in ausländischen Online Shops

Im Januar 2014 hat der Russische Zoll (FTS) Paketlieferungen ausländischer Online-Shops besonders ins Visier genommen und gesondert abgefertigt. Ab dem 4. Januar 2014 sind zur Zollerklärung bei ausländischen Bestellungen weitere Dokumente zu erbringen und Angaben zu machen: zur Zollerklärung gehören, eine Kopie des Reisepasses indem die registrierte Adresse mit der Lieferadresse übereinstimmen muss, Produktfotos der Ware, Originalkontoauszüge, Kaufvertrags-/Rechnungskopie und eine Kopie der Kredit- oder Bankkarte.

Betrachtet man aber die Lage auf dem Wohnungsmarkt und insbesondere in den Ballungsräumen, wird schnell klar, dass so eine derartige gesetzliche Regelung einen Großteil potenzieller Käufer ausschließen würde. In Russland können sich junge Leute lange keine eigene Wohnung leisten, warten manchmal Jahre darauf und sind folglich bei Eltern oder Großeltern gemeldet. Und wenn man sich das Paket in die Arbeitsstelle schicken lässt?

Diese, in vielen Augen unnötige und schikanierende Regelung, die den Warenverkehr nahezu unmöglich macht, hat dazu geführt, dass viele Frachtführer Pakete nicht ausliefern konnten und die ganze Branche verunsichert hat.

DHL und FedEx Lieferstopp nach Russland

Wie die Zeitung „Vedomosti“ bereits berichtete, haben FedEx am 22. Januar und DHL am 24. Januar die Auslieferung von Paketlieferungen ausländischer Onlineshops nach Russland gestoppt, um auf die kürzlich unhaltbaren, neuen Regelungen in der Zollabfertigung zu reagieren. Andere Unternehmen, wie TNT, Pony Express, UPS und DPD könnten in Kürze folgen.

„Für den Expressversand, den wir unseren Kunden bieten, brauchen wir auch auf russischer Seite praktikable Regeln, die uns nicht unnötig behindern. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir in der Lage uns auf örtliche Gegebenheiten einzulassen und die Gesetze des jeweiligen Landes zu berücksichtigen.

Die derzeit umgesetzten Maßnahmen bei der Zollabfertigung in Russland, lassen als Frachtführer in keinster Weise eine Zustellung zu und zwingt uns zur Aufgabe der Auslieferung.

Die geforderten Dokumente, die zu jedem Paket vorliegen müssen, sind der reinste bürokratische Akt und sind in die moderne Logistik und den Warenverkehr nicht umzusetzen. Wenn da noch die Russische Post von kaum merklichen Veränderungen spricht, dann ist das eine absolute Fehleinschätzung“

– so das einhellige Statement von FedEx und DHL. Der Leiter des Föderalen Zolldienstes, Anrej Belyaninov, hat eine schnelle Nachbesserung, insbesondere bei den Expresslieferungen in Aussicht gestellt.

Assoziation der Lieferanten, interner Geschäftsbrief

Assoziation der Lieferanten, interner Geschäftsbrief

 

Die Russische Post hingegen hat jedoch bekräftigt, dass sich für sie nichts maßgeblich verändert hätte. Dass es doch zu massiven Beeinträchtigungen im Warenverkehr gekommen ist, zeigt alleine schon die Tatsache, dass Amazon bisweilen die Auslieferung an russische Kunden stoppen musste. Ähnliches hörte man zuweilen auch von Samsung Russland.

East Dane, Net-a-Porter, ShopBop (Amazon), Jcrew und Asos Lieferstopp nach Russland

Viele bekannte Online Shops verkündeten auch einen Lieferstopp nach Russland. Auf die Missstände angesprochen, reagierte der stellvertretende Leiter des Ministeriums für Kommunikation, Michael Evraev eher beschwichtigend und teilte der Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ mit, dass man gesprächsbereit sei.

„Ich stehe in engem Kontakt zu Vertretern von DHL Express und Lieferanten Verbandes. Wir sind bereit ihre Vorschläge zu prüfen. Wenn wir über die Vereinfachung der Zollabfertigung sprechen, ist es notwendig Gesetze zu ändern. Wir haben bereits solche Vorschläge von DHL erhalten und uns geeinigt nachzubessern, was in Zusammenarbeit mit dem Föderalen Zolldienst und dem Ministerium für Finanzen dann auch erfolgen wird“

– so Michael Evraev.

Aufgrund der drängenden Lage kam es am 28. Januar diesen Jahres zu einem Treffen aller Beteiligten, in der es um die Vereinfachung und Lockerung der Einfuhrregeln ging. Arkadi Dworkowitsch, ein enger Verbündeter und persönlicher Berater vom ehemaligen Präsidenten verkündete jedoch, dass die Regierung eine konsolidierte Rolle übernehmen und die Kontrolle über den Internet-Handel gestärkt wird.

Das bedeutet für die ausländischen Händler eigentlich nichts gutes. Beispielsweise ging es darum, dass die Grenze für zollfreie Einkäufe für russische Bürger von ca. €1.000 jetzt auf €150 gesenkt werden könnte.

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