Großer Hof für PayPal in der Ukraine

Veröffentlicht in: Online Handel und E-Commerce, am: 14 September 2015 | No Comments |

PayPal ist in Russland am Markt angekommen, in der Ukraine ist das noch anders. Ausgehend von dieser Entwicklung, hat das Wirtschaftsministerium und die Nationalbank PayPal zu Gesprächen in die Ukraine eingeladen. Es wurden offizielle Briefe und Angebote an PayPal verschickt.

Der stellvertretende Wirtschaftsminister der Ukraine, Maxim Nefodov, sieht es als eine dringende Aufgabe an, dass sich auch der Zahlungsdienstleister PayPal im Land ausbreitet. Demzufolge ging ein Brief an das US-Unternehmen, indem die Einladung ausgesprochen wurde.

Ukrainisches Finanzministerium

Ukrainisches Finanzministerium

 

Offizielles Schreiben des Ministeriums an PayPal

In dem Schreiben wird PayPal die Unterstützung seitens des Ministeriums bei der Erweiterung von PayPal im Land zugesagt.

Im Wortlaut des Briefes heißt es:

„Leider ist die Ukraine mit seinen 45 Millionen Einwohnern immer noch nicht so Präsent bei PayPal, wie es wünschenswert wäre. Wir sehen eine erhebliche Nachfrage an einem hochwertigen Online-Zahlungssystems in der Ukraine, da sich auch die IT-Community immer weiter entwickelt.“

In dem Schreiben weist das Ministerium auch darauf hin, dass es mittlerweile im Land bessere Strukturen auf dem Bankensektor, immer mehr Kartenzahlungen und eine wesentlich bessere Internetdurchdringung gebe. Die Nationalbank sei ebenso bereit eine Kooperation mit PayPal einzugehen. Weiterhin werde PayPal jegliche Art der Unterstützung zugesagt, informativ und mit Rat und Tat.

PayPal folgte der Einladung des Ministeriums und schickte den stellvertretenden Verantwortlichen des Unternehmens in die Ukraine.

Ende Mai 2015 hatte der einflussreiche Unternehmerverband, die Amerikanische Handelskammer in der Ukraine (ACC) den Bestrebungen der Ukraine die Unterstützung zugesagt. Der Leiter des ACC, Andrey Gunder, adressierte einen Brief an die Nationalbank und auch das Wirtschaftsministerium, indem er beide dazu aufforderte die regulatorischen Eintrittsbarrieren zu beseitigen. Weiterhin erwähnte er, dass auch andere internationale Zahlungssysteme immer noch nicht in der Lage seien in der Ukraine auf den Markt zu kommen. Das träfe neben PayPal auch auf Apple Pay und Google Wallet zu.

Wir berichteten Dezember 2013: Paypal will jetzt auch in die Ukraine

Die Ukrainische Nationalbank macht den Weg für PayPal frei!

Im Fall der Beschwerde des Zahlungsdienstleisters PayPal, um besser auf den Markt der Ukraine zu gelangen, kommt Bewegung ins Spiel. Die Ukrainische Nationalbank hat eine Reihe von Entscheidungen getroffen, die den Zugriff auf den ukrainischen Markt für internationale Zahlungssysteme verbessern und erleichtern soll. Auch für weitere innovative Systeme, wie Apple Pay und Google Wallet, soll der Markteintritt erleichtert werden.

Diese Veränderungen sind in den Verordnungen 480 und 481 vom 24 Juni 2015 manifestiert.

PayPal Ukraine

PayPal Ukraine

 

Verordnungen 480 und 481

Bei den Verordnungen 480 und 481 regeln die Bedingungen, die für Zahlungsdienstleister und elektronische Zahlungsmittel zukünftig gelten. Wie sich die Experten einig sind, ein längst überfälliger rechtlicher Rahmen.

Die Verordnung 480 soll es insbesondere einfacher machen Landeswährungen, die auch von so genannten „Nicht-Banken“ stammen, mit einzubeziehen.

Die Verordnung 481 bietet die Rechtsgrundlage für Ukrainer in Bezug auf nichtansässige Händler für elektronisches Geld. Ein- und Auszahlungen auf und von ukrainischen Konten werden so sehr viel besser möglich.

Aus der Verordnung 481 geht auch ein neues Limit für Zahlungen mit elektronischem Geld hervor. Der Maximalbetrag wird von 35000 wird auf 62000 US-Dollar pro Jahr angehoben.

Probleme von PayPal in der Ukraine

Die Ukraine gehört zu den Ländern, in denen die Funktionen von PayPal bisher nur eingeschränkt nutzbar waren. Das liegt daran, dass PayPal nicht über eine Banklizenz verfügt, um vollumfänglich arbeiten zu können. Die Erteilung einer Lizenz in der Ukraine ist bisweilen ein schwieriges und langwieriges Unterfangen. In der Russischen Föderation dauerte es länger als zwei Jahre, um eine Banklizenz zu erhalten.

Die Einschränkung im Einzelnen:

  • Ukrainer können ihr Geld nicht in Landeswährung auszahlen
  • Derzeit sind keine Transaktionen in Hryvnas (UAH) machbar
  • Derzeit ist nur der Kauf von Waren mit PayPal möglich, jedoch nicht der Verkauf

Kunden von PayPal können derzeit nur in US-Dollar auf ihr Konto einzahlen, um beispielsweise in Onlineshops zu bezahlen.

Im Gegensatz zur Ukraine, ist in Russland PayPal, nach dem Erhalt der entsprechender Banklizenz, sehr viel umfänglicher nutzbar. Hier ist die Bank als Nichtbanken-Organisation anerkannt und mit dieser Banklizenz können Nutzer Geld in Rubel auf dem Konto frei verwalten.

Lesen Sie dazu alles über PayPal in Russland

Dass PayPal in der Ukraine noch nicht diesen Status als vollwertiges Zahlungssystem erreicht hat, wird vor allem dem unvollständigen Rechtsrahmen, aber auch der politischen und wirtschaftlichen Lage zugerechnet.

Nationalbank Ukraine

Nationalbank Ukraine

 

Prognose

Um vorherzusagen, wie sich der Markt der Zahlungssysteme und Internetzahlungen nach den Neuerungen entwickeln wird, müsste man absehen können, wie es auch politisch und wirtschaftlich steht. Seitens der Nationalbank der Ukraine ist wohl alles Mögliche gemacht worden, um den Weg zu ebnen, aber die wirtschaftlichen und politischen Risiken, mit denen sich internationale Unternehmen gegenwärtig konfrontiert sehen, sind doch noch beträchtlich.

„In Großunternehmen laufen die Entscheidungen über einen Markteintritt natürlich auch nicht so schnell, aber es ist durchaus möglich, dass PayPal in Kürze erkennt, dass in der Ukraine der Einstieg leichter und vor allem von mehr Rechtssicherheit gekennzeichnet ist. Leider sind diese Entscheidungsprozesse immer sehr an die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten im Land gebunden. Deshalb nehmen viele internationale Unternehmen die Ukraine kaum wahr“

– so der Präsident des Verbandes für E-Business in der Ukraine, Juri Tschaika.

Die Initiativen der Nationalbank der Ukraine sind nötig, aber bieten keine Garantie dafür, dass sich der elektronische Zahlungsverkehr in dem gewünschten Maß entwickeln wird.

Allerdings geht die Nationalbank davon aus, dass in direkten Gesprächen mit PayPal, die maßgeblichen Fragen geklärt werden können. Laut dem stellvertretenden Leiter der Nationalbank der Ukraine, Vladyslav Rashkovan, gehöre es zu den Hauptaufgaben der Arbeitsgruppe, sich den europäischen Normen anzupassen.

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