Geldtransfer – die typischen GUS Sender- und Empfängerländer

Veröffentlicht in: Online Handel und E-Commerce, am: 8 Januar 2016 | No Comments |

Es wird immer einfacher auch Bargeld von einem Land in das andere zu schicken. Filialen von Western Union dominieren das Stadtbild einer jeder größeren Stadt. Die Gründe liegen auf der Hand; immer mehr zieht es zum Arbeiten ins Ausland. In den GUS Staaten boomt(e) das Geschäft. Wanderarbeiter aus dem Ausland erhalten so die Möglichkeit die daheim gebliebenen finanziell zu unterstützen.

Geldtransfers GUS Länder

Geldtransfers GUS Länder. Bildquelle: flickr / Henrik Sandklef / CC BY 2.0

 

Ukraine

Nach Angaben der ukrainischen Nationalbank NBU, gab es bereits Anfang 2013 im Land 23 internationale Zahlungssysteme, an denen die fünf größten rund 79 Prozent des Marktes unter sich aufgeteilt haben:

Western Union (31%), Золотая Корона (Golden Crown) (18%), Unistream (12%), Kontakt (9%) und MoneyGram (9%).

Die Ukraine ist traditionell ein Empfängerland. Das Verhältnis liegt bei 30 Prozent von Geldtransfers, die aus dem Land gehen, zu 70 Prozent, die in das Land transferiert werden. Den Hauptanteil bilden dabei Rücküberweisungen aus Russland, den USA, Deutschland, Italien und Spanien.
Das hängt stark mit den so genannten Wanderarbeitern zusammen, die in diesen Ländern ihren Lebensunterhalt verdienen und von dort aus Familienangehörige unterstützen.

Geld, das aus der Ukraine transferiert wird, geht in der Hauptsache in die GUS Länder. Als klassisches Empfängerland hat die Ukraine aber auch 30 Prozent von Geldüberweisungen, die aus dem Land herausgehen. Dieses Geld geht kaum woanders hin, als in die GUS Länder. Dabei rangieren die Beträge in der Hauptsache zwischen 500 und 700 US-Dollar.

Die meisten Banken unterhalten Partnerschaftsprogramme mit verschiedenen Geldtransfer-Systemen und beschränken sich nicht nur auf die wenigen Großen im Geschäft. So sind sie in der Lage mehr Kunden zu erreichen.

Die Partnerschaftsprogramme bestehen beispielsweise zwischen:
Raiffeisen Bank Aval mit Western Union, Fast Mail und Unistream Privatbank. Mit Western Union, Kontakt, Unistream, Anelik, Golden Crown. Migom, Moneygram, Coinstar, Ukreximbank – mit Kontakt, Western Union, Unistream.

Weißrussland

Die weißrussischen Banken profitieren von einer Reihe von internationalen Geldtransfersystemen. Zu den beliebtesten zählen Western Union und MoneyGram, wobei Western Union mit Abstand auf Platz eins liegt.

Darüber hinaus hat Weißrussland eine Reihe von Banken, die nahezu ihr ganzes operatives Geschäft am Geldtransfer mit den GUS Ländern ausgerichtet haben beispielsweise über Anelik, Kontakt, Migom und Unistream. Einige Banken verfügen auch über eigene Geldtransfersysteme, die ähnlich eines Western Union arbeiten.

Russland 2015

Die Anzahl der Transaktionen stieg im Jahr 2014 um sieben Prozent auf 85 Millionen US-Dollar. Auch von der Krise und dem einhergehenden Währungsverfall gebeutelt, sank auch die durchschnittliche Überweisungsrate von 607 US-Dollar auf im Jahr 2013 526 US-Dollar.

Das Gesamtvolumen der grenzüberschreitenden Geldüberweisungen schwächt sich zunehmend ab. Für das Jahr 2015 ging man von einer Abschwächung von bis zu 28 Prozent am Gesamtvolumen aus.

UPDATE

Dramatischer Einbruch: Rücküberweisungen aus Russland in die GUS-Länder haben sich halbiert

Die Zentralbank der Russischen Föderation hat jetzt die Zahlen für das dritte Quartal 2015 veröffentlicht, und die sagen nichts Gutes für die Art der Geldtransfers aus. Es ergibt sich aus diesen Zahlen ein Umsatzrückgang von circa der Hälfte am Gesamtvolumen der Zahlungsvorgänge.

Vergleicht man die Zahlen der Vergleichszeiträume zwischen 2014 und 2015, dann wird der Rückgang sehr offensichtlich. Wo 2014 noch 14,5 Milliarden US-Dollar aus Russland in die GUS Länder transferiert wurden, waren es in 2015 kaum noch 6,3 Milliarden US-Dollar. Bei Nichtbürgern liegt dieses Verhältnis entsprechend bei 9,9 / 5,3 Milliarden US-Dollar.

Zentralasien

Zentralasien. Bildquelle: flickr / Eric Haglund / CC BY 2.0

 

Gründe dafür liegen in der Wirtschafts- und Währungskrise. Betrachtet man die Sache aber noch genauer, dann sieht man sehr schnell, dass dafür auch der Strom der Wanderarbeiter aus zentralasiatischen Ländern der GUS wie Usbekistan und Tadschikistan ursächlich ist. Waren in der Vergangenheit noch sehr viel mehr Wanderarbeiter aus diesen Ländern in den Staaten der GUS tätig, lohnt es sich heute kaum noch.

Daher ist es zum massiven Rückgang, gerade aus diesem Arbeitsmarkt gekommen. In Zahlen ausgedrückt, haben sich die Zahlungen der Wanderarbeiter aus Usbekistan von rund 4 Milliarden US-Dollar auf rund 2 Milliarden US-Dollar reduziert. Bei den Arbeitern aus Tadschikistan von 2,3 Millarden auf 1,2 Milliarden US-Dollar.

Unter diesen Bedingungen reduzierte sich die Anzahl der Wanderarbeiter aus Zentralasien um über eine Millionen Arbeitskräfte auf nun mehr 4,3 Millionen Arbeitsmigranten.

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