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Fast 50% der russischen Internet-Shopper kaufen Bekleidung online ein. Der Markt für Haushaltsgeräte im Internet wuchs um 90%

Der Boom im russischen Internethandel hält an. Eine Studie der renommierten Wirtschaftsforschungsgruppe RBC Research hat das Geschäftsjahr 2013 ausgewertet und sieht den Aufwärtstrend auch für 2014. Im Beitrag handelt es sich um Bekleidung und Elektronik.

Immer mehr kaufen Kleidung und Schuhe online

Die Zahlen sprechen mehr als eine deutliche Sprache: Beispielsweise betrug im Jahr 2010 der Anteil der Kunden, die Kleidung und Schuhe aus Online-Shops bestellten, nur 30,9 Prozent von den Kunden, die überhaupt etwas bestellt haben. In den zwei Jahren bis 2012 waren es immerhin schon rund 45 Prozent.

Russland kauft online ein

Russland kauft online ein

 

Im Jahr 2013 wurde dieser Spitzenwert noch übertroffen und liegt mittlerweile bei 47,8 Prozent der gesamten russischen Onlinekäufer, die kein Problem damit haben, Ware zu bestellen, bei der es auf die Passform ankommt, wie Kleidung, Schuhe oder Accessoires. Hierbei stützt sich RBC Research auf Zahlenmaterial, das aufgrund von Befragungen erhoben wurde.

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Einkauf mit allen Sinnen vs. Preis und Struktur

Der E-Commerce, als noch recht neue Form des Vertriebs, ist natürlich nicht frei von Barrieren, die je nach Marktlage und Land stark variieren können. Ebenso verhält es sich auch mit den Kaufgewohnheiten und dem kulturellen Background der Konsumenten.

Wurde einst noch sehr viel Wert auf den Einkauf mit allen Sinnen gelegt, sprich sehen, riechen, fühlen und schmecken, ist das Internet dahingehend doch vergleichsweise einfach strukturiert und eher nur visuell ausgelegt.

Für Internetkäufer spielen der Preis, die direkte Vergleichbarkeit der Ware und gute Bilder, eine große Rolle. Viele gute Onlineshops beherrschen diese Disziplin mittlerweile gut und können sich so von der Masse absetzen.

Elektronik

Elektronik hat in Russland einen ganz anderen Stellenwert, als hierzulande, ebenso wie Möbel. Was in Westeuropa als quasi Wegwerfartikel mit kurzer Lebensdauer angesehen wird, bekommt in Russland eine andere Wertigkeit. Hier werden Weißware, wie Waschmaschinen, aber auch Möbel in der Familie (jedoch immer seltener) weitergegeben und haben eine anderen Stellenwert – noch.

Beliebt ist folglich auch der unkomplizierte Einkauf bei Onlineshops. 45 Prozent der Onlineshopnutzer sind an diesen Produkten interessiert.

Elektrogeräte

Elektrogeräte. Händler in Russland 2013 fast doppelt so viel online umgesetzt

 

2013 betrug das Umsatzvolumen für Elektronik beim E-Commerce in Russland 58,8 Milliarden Rubel. Im vorherigen Geschäftsjahr lag es bei nur 31,4 Milliarden Rubel. Das ergibt ein Plus von 87,1%, wohlgemerkt bei Produkten, die eine vergleichsweise aufwändige Logistik und eine gewisse Lagerkapazität benötigen.

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Hauptabsatzgebiet ist nach wie vor Moskau und die Moskauer Region mit 48,2 Prozent des Gesamtgeschäfts, Sankt-Petersburg folgt mit 8%. Andere russischen Großstädte bringen es auf 22,4%, während auf die anderen Regionen nur 21,4% des Gesamtumsatzes entfällt.

Expertenmeinungen zur Entwicklung im russischen E-Commerce:

1) Maria Nazamutdinova, Leiterin der PR-Abteilung bei OZON.ru gibt Antworten

Maria Nazamutdinova. Ozon.ru
 

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– Wie steht es um Ozon im Jahre 2014?
– 2013 wuchsen wir schneller, als der Markt. Der Umsatz ist nämlich um 50% gewachsen.

– Welche Faktoren fördern die Entwicklung des E-Commerce-Marktes in Russland und was behindert diesen Bereich eher?
– Hauptantriebsfeder und Katalysator sind immer noch die Käufer und da vor allem die regionale Käuferschicht, die für Wachstum sorgen. Außerdem ist es eine immer steigende Internet-Durchdringungsrate und Anzahl der Internetanschlüsse.

– Welche Produkte verkaufen sich am besten über den Onlineshop ozon.ru?
– Zu den Angebotssegmenten, die sich am besten entwickeln, zählen in unserem Hause Baby- und Haushaltsprodukte, sowie Kosmetika und nach wie vor Bekleidung.

– Die Logistik und deren Ausbau ist bei Onlineshops immer ein Thema. Planen Sie neue Logistikzentren und suchen Sie im Unternehmen nach neuen Vertriebslösungen, die das Angebot der russischen Post ergänzen oder ganz ersetzen könnten?
– Ende 2012 haben wir unser neues Logistikzentrum in Twer in Betrieb genommen, das über eine Stellfläche von 16.000 Quadratmetern verfügt. Darüber hinaus betreiben wir weitere fünf Lager-und Vertriebsstützpunkte, die über das gesamte Land verteilt sind und uns erlauben auch in den Regionen effektiver auszuliefern. (Übrigens unterhält Otto Russland auch ein Logistikzentrum in Twer)

– Welche aktuellen Trends sehen Sie im Bereich des E-Commerce in Russland und wie wird sich Ihrer Meinung nach der Markt entwickeln?
– Aus unserer Sicht reduziert sich die Zeit zwischen dem ersten Kontakt eines Users zum Internet und dem ersten Kauf bei einem Onlineshop deutlich. Früher sprachen wir von einem Zeitraum von 3 Jahren, der verging, bis es zu einem Kauf kam. Heute vergehen kaum 1-2 Jahre bis zum ersten Online-Einkauf. Auch ist die Zahl der „Wiederholungstäter“ angestiegen, sowie auch die Anzahl der Sammelbestellungen.

Aber ein Phänomen, was sich mehr als deutlich abzeichnet, ist beim Onlinekauf, die „Kategorienübergreifenden Käufe“. In der Praxis bedeutet das, dass Käufer immer stärker aus den unterschiedlichsten Produktkategorien kaufen, kategorienübergreifend. Heute wird wie selbstverständlich der Flachbildfernseher zusammen mit Schuhen und Bekleidung gekauft. Das war in der Vergangenheit ganz anders. Da lagen im Warenkorb vielfach nur Waren aus einer Produktkategorie.

– Bei E-Commerce ist seit längerem schon das Bezahlen mit Zahlungssystemen oder der Bankkarte beliebt und ständig nutzen mehr Kunden diese Art der Bezahlung bei den Onlineshops. Haben Sie im Unternehmen Ähnliches festgestellt?
– Ja, unsere Kunden nutzten 2013 um 5 % häufiger die Zahlung mit Bankkarte im Vergleich zum Vorjahr, insgesamt in 15% aller Fälle.

– Mobiler Commerce wächst rasant in den USA und Europa. Auf dem russischen Markt steckt er noch in den Kinderschuhen. Wo sehen Sie die Gründe, die die Entwicklung des M-Commerce in Russland bremsen könnten? Welche Faktoren glauben Sie, könnte die Entwicklung des M-Commerce forcieren?

– Wenn wir über Moskau sprechen, haben viele Käufer Smartphones und Tablets, die Regionen Russlands hinken immer noch hinterher. Darin liegt mit Sicherheit ein Hauptgrund für langsame Entwicklung. Wir können auch beobachten, dass sich die Kaufgewohnheiten auch nur langsam ändern. Ich sehe kein Problem in der Verfügbarkeit der Angebote im Mobilbereich, die sind ausgezeichnet. Der Boom kommt sicherlich.

– Wie steht Ihr Unternehmen in Bezug auf M-Commerce da und wie hoch ist der Anteil an den Usern, die über mobile Endgeräte bei Ozon.ru bestellen?
– Die Zahl der Nutzer, die ausschließlich die mobilen Anwendungen nutzen und nicht mehr über Fest-PCs in unserem Onlineshop bestellen, bewegt sich in Bereich von einigen, wenigen Prozent. Wir hoffen, dass sich in Zukunft diese Käuferschicht in Richtung 5-10 % entwickelt und auch unsere App diesen Bereich positiv befeuert.

2. Daniil Kozhemjakin, von Topbrands – und wie er die Entwicklung einschätzt

Daniil Kozhemjakin. Topbrands
 

– Wie ist Ihre Erwartungen für das Jahr 2014, wenn Sie die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2013 betrachten?
– Natürlich können und müssen wir uns mit der Entwicklung, für den Gesamtbereich E-Commerce, aber insbesondere auch in unserem Unternehmen, glücklich zeigen. Es gab in den vergangenen Jahren außerordentlich gute Zuwachsraten im E-Commerce. Bis zum Jahre 2015 möchten wir die Grenze von 1,2 Millionen Nutzer pro Monat überschreiten und den Unternehmenserfolg von Topbrands weiter ausbauen.

– Welche Waren gehören zu den Topsellern bei topbrands.ru?
– Damenbekleidung- und Schuhe sind ganz eindeutig in der Käufergunst ganz weit oben und zählen auch bei Topbrands zu den meistverkauften Artikeln. Wir sehen aber auch eine Zunahme der Nachfrage bei Mode für Männer. Unser Publikum liebt es sich gut einzukleiden und legt einen sehr hohen Wert besonders auf Neuheiten namhafter Modelabels.

– Welche Faktoren beflügelt die Entwicklung des E-Commerce-Markt in Russland und welche sind eher hinderlich?
– Meiner Meinung nach liegt ein Grund für die Erfolge der letzten Jahre auch in der Zunahme der Smartphones, die mittlerweile in unserem Unternehmen mit 20% der Einkäufe über mobil, vergleichsweise hoch sind. Hinderliche Faktoren, die Wachstum behindern liegen eindeutig im Bereich Logistik und Warenversand, auch der Restwaren Verkauf im B2B Bereich.

– Wie ernst ist das Problem der Logistik (insbesondere in den Regionen der Russischen Föderation). Welche Wege zur Lösung der vorhandenen Probleme in diesem Bereich sehen Sie?
– Ehrlich gesagt würde ich gerne die Zeiten erleben, in denen wir über eine gute logistische Infrastruktur verfügen würden, aber die sehe ich in absehbarer Zeit nicht, zumindest nicht so, wie wir es von westlichen Ländern her kennen. Immer noch gehen in der Versandkette zu viele Pakete verloren oder kommt es beim kombinierten Versand zu Problemen. Wir arbeiten bereits mit eigenen Kurierdiensten zusammen, um mit diesen Unternehmen Standards zu definieren.

– Welche aktuellen Trends zeichnen sich in Ihren Augen im Bereich E-Commerce ab, wenn Sie sich die Zahlen des vergangenen Jahres betrachten?
– Eindeutig mehr Zahlung mit Bankkarte und elektronischen Zahlungssystemen, die in der Zukunft noch weiter zunehmen werden. Unsere Kunden werden noch preissensibler und fangen an auch mehr Wert auf einen guten Service zu legen.

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