Elektronisches Geld und Zahlungssysteme in der Ukraine

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Der Artikel wurde am 2015-11-11 aktualisiert.

In der Ukraine wird in Zukunft ein neues Gesetz zur Regelung auf dem Gebiet des elektronischen Zahlungsverkehrs greifen. Fragen über Perspektive und Schwierigkeiten die auf dem Markt der Zahlungssysteme beantwortet der Geschäftsführer von GlobalMoney, Vyacheslav Pozharsky.

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Könnten Sie ein wenig über die Geschichte Ihres Unternehmens erzählen?

Vyacheslav Pozharsky

Vyacheslav Pozharsky. GlobalMoney Ukraine

Die Idee kam vor etwa vier Jahren. Ukrainische Banker haben zusammen mit ausländischen Geschäftsleuten geprüft, ob ein Bedarf an einem elektronischen Zahlungssystem besteht. Bis dato gab es in der Ukraine niemanden der offiziell mit einem Zahlungssystem elektronisches Geld ausstellen konnte. Dabei haben wir festgestellt, dass viel internationales Know-How notwendig ist, um ein Zahlungssystem zu etablieren, der Bedarf existiert aber.

Die Notwendigkeit auf eine kostengünstige und zuverlässige Art zu zahlen, macht dieses Geschäft auf dem ukrainischen Markt interessant. In der ersten Phase erhält man eine Lizenz, um Gelder zu transferieren. In der zweiten Phase wurde das Zahlungssystem entwickelt.

Die Eintragung in die Nationalbank der Ukraine dauerte fast ein Jahr. Fast zwei Jahre sind in die Entwicklung der Software geflossen. Abschließend erfolgte dann die Bestätigung darüber, dass es uns nun erlaubt ist Service Visa und Master Card als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Seit fast einem Jahr agiert GlobalMoney auf dem B2B Markt für Geschäftskunden als Betreiber von elektronischem Geld. Juli 2012 werden wir endlich auf dem Markt für Privatkunden tätig werden.

Wie beurteilen Sie den Zustand des ukrainischen Marktes auf dem Sektor des elektronischen Geldes?

Der Gesamtmarkt für den so genannten Bereich des Micropayment, dazu zählen in Europa Zahlungen in eine Höhe bis zu 1000 Euro, ist recht vielversprechend und dynamisch. Im vergangenen Jahr haben Ukrainer insgesamt 400 Mrd. USD bezahlt, darunter sind Ausgaben für Dienstleistungen, Kommunikation, Internet, TV etc. Der Anteil der elektronischen Zahlungen wächst. Der Einsatz von elektronischem Geld kann hierbei den Bezahlvorgang erheblich beschleunigen und auch die Kosten und Risiken senken, die für Bezahlkarten und Bargeld bestehen.

Gibt es irgendwelche Unterschiede zwischen dem ukrainischen und dem russischen E-Commerce Bereichen?

In Russland ist ein neues Gesetzt in Kraft getreten, das eine strenge Regulierung der Zahlungssysteme vorsieht. Die Ukraine hat ebenfalls ein ähnliches Gesetz in diesem Bereich verabschiedet (Gesetz № 10656). Im Allgemeinen sind die Trends in beiden Ländern ähnlich – sowohl ukrainische als auch russische Gesetzgebungen berücksichtigen internationale Erfahrung auf diesem Gebiet.

Ein wesentlicher Unterschied: der Gesetzgeber in Russland hat eine Grenze für den Höchstumsatz für ein nicht personalisiertes Zahlungskonto festgelegt, 40.000 Rubel pro Monat. In der Ukraine gibt es keine Einschränkungen für nicht personalisierte elektronische Konten.

Wie sind die Aussichten von GlobalMoney bzgl. der Erschließung ausländischer Märkte?

Die fortschreitende Globalisierung der Märkte und der ungehinderte Zugang auch zu den ausländischen Märkten, machen es erforderlich ein schnelles und sicheres Zahlungssystem für Zahlungen ins Ausland zu schaffen.

Klassisches Beispiel ist der Bereich der Hotelreservierungen, die immer auch eine Zahlung ins Ausland erforderlich machen. Besitzer von elektronischen Geldbörsen in unserem System, werden viele Vorteile bei Auslandüberweisungen genießen. Hotels, Mobilfunk, Internet, Tickets. Für eine Reihe von vielversprechenden Projekten haben wir bereits Partner im Ausland. Alles hängt davon ab, wie schnell wir eine Devisen-Lizenz erhalten.

Was sind die Vorteile Ihres Zahlungssystems?

Mit unserem Geld sind Sie zu 100 Prozent jederzeit liquide und können Zahlungen vornehmen. Basierend auf staatlichen Garantien, ist das Geld sicher, denn es wurde durch die Nationalbank emittiert. Das System erlaubt es rund um die Uhr Zahlungen im Internet und ebenso Zahlungen in den Netzwerken unserer Zweigstellen vorzunehmen. Weiterhin können direkt Zahlungen bei den Bankfilialen der ukrainischen Post erfolgen. Weitere Akzeptanzstellen sind beispielsweise die großen Ladenketten wie „Allo“, „Mobilochka“, „Ringoo“ und viele andere.

Die Provision für die Ein- und Auszahlung von Geld beträgt 0,5% und ist die niedrigste in der ganzen Ukraine. Der Geldfluss zwischen unseren Kunden ist komplett kostenlos für sie. Der Kunde kann einfach elektronisch bezahlen, die Überweisung wird sofort getätigt.

In anderen Worten, das elektronische Geld das Beste aus Bargeld und IT: ein normaler Benutzer behält seine Anonymität und bekommt den Zugang zu innovativen Finanzierungsinstrumenten, er spart sich Zeit, Mühe und Provisionen, muss dafür auch kein Bankkonto eröffnen.

Und Lieferanten von Waren und Dienstleistungen entdecken neue Wege – es recht mit uns einen Vertrag zu unterzeichnen und Tausende neue Partner akzeptieren elektronische Zahlungen. Es ist nicht verwunderlich, dass der Umsatz der Unternehmen, die mit E-Geld arbeiten, tendenziell steigt. Und viele Partner, die seine Präsenz auf dem Markt dadurch stärken, sind auch mit minimalen Provisionszahlungen zufrieden.

Könnten Sie die genauen Zahlen verraten?

Die sind immer unterschiedlich, jemandem genügt auch 0,1%. Natürlich haben einige unserer Partner Tarife, die nicht verhandelbar sind. Der Trend geht aber zur deutlichen Reduzierung der Nebenkosten des elektronischen Zahlungsverkehrs. Der Rest ist die Frage der Wettbewerbsfähigkeit und Marktangebote.

Was sind die Ziele und Herausforderungen für Ihr Unternehmen in naher Zukunft?

Wir schaffen ein Bezahlmittel für Unternehmen und Privatpersonen, das sich ständig an die verändernden Marktbedingungen anpasst. Derzeitig beträgt unsere Wachstumsrate bis zu 30 Prozent pro Monat. Zurzeit kommt fast täglich ein neuer Partner dazu, ein neues Produkt, sozusagen.

In Russland kommt das Gesetz in Kraft, um Zahlungssysteme zu regulieren. Dieses Gesetz macht erhebliche Anpassungen des Zahlungssystems nötig und die Regeln werden strenger. Wie ist die Situation in der Ukraine? Was sind die Schwierigkeiten rechtlicher Art in Ihrer täglichen Arbeit?

Die Analyse des russischen Marktes ist für uns sehr interessant. Es wäre verfrüht um Schlüsse zu ziehen, aber es ist offensichtlich, dass sich die Zahlungssysteme aufgrund der neuen Gesetzeslage verändern werden. Die derzeit vorherrschende Marktmacht einiger großen Player stößt bei einer Vielzahl von Menschen auf Ablehnung und man wünscht sich inländische Bezahlsysteme für das Onlinegeschäft.

Auch die Situation in der Ukraine wird sich ändern. Auf der einen Seite ist es erfreulich, dass unsere Gesetzgebung erkannt hat, dass der Markt Standards im Hinblick auf die Zulassung der Zahlungssysteme braucht, auf der anderen Seite gibt es noch viele Fragen, die es zu klären gilt.

Was ist mit der Sicherheit Ihres Systems?

Bei der Entwicklung neuer Hard- und Software nutzen wir die neuesten Sicherheitstechnologien. Basierend auf die internationalen Standards ISO 27001/27002 und dem ISMS-Standard der Nationalbank verwenden wir die moderne symmetrische und asymmetrische Kryptographie in einer Schlüssellänge von mindestens 2048 Bit.

Mit welchen Innovationen in Ihrem Abrechnungssystem kann man rechnen?

Gemeinsam mit unseren Partnerbanken möchten wir die Visakarte einführen, die mit unserem System verbunden ist und dann als elektronische Geldbörse funktioniert. Mit dieser Karte kann man dann auch am Geldautomaten Geld abheben. In naher Zukunft wird es dann möglich sein Ein- und Auszahlungen vorzunehmen. Auszahlungen können dann nicht nur mit der elektronischen Geldbörse GlobalMoney erfolgen sondern auch bei jeder Filiale der Ukrainischen Post.

Bei Geldtransfers von Konto zu Konto wird keine Provision erhoben. Das ist ganz wichtig für die Menschen im ländlichen Raum der Ukraine, da es dort häufig keine Möglichkeit der Überweisung gibt und das Geld sofort an die elektronische Geldbörse des Empfängers gutgeschrieben wird. Es gibt Bestrebungen auch grenzüberschreitende Überweisungen mit elektronischem Geld vorzunehmen. Damit soll es den Ukrainern im Ausland möglich sein Geld in die Ukraine zu schicken.

Was verhindert Ihrer Meinung nach die schnelle Entwicklung von elektronischem Geld in der Ukraine?

Einer der wichtigsten Gründe ist die allgemeine Trägheit und die mangelnde Öffnung für das Neue. Ein so wichtiger Bereich wie der, der Banken und des Zahlungsverkehrs bedarf auch einer rechtlichen Regelung, zu der man sich in Russland bereits durchgerungen hat.

Die potenziellen Privatkunden haben ihre Bedenken, was Sicherheit und Garantien angeht, hier besteht noch Klärungsbedarf. Viele vergessen auch, dass Konten privater Nutzer immer anonym bleiben und Zahlungen zwischen natürlichen Personen, genauso wie die Barzahlungen, nicht kontrolliert werden und nicht meldepflichtig sind.

Die Ukraine wird beim Thema elektronisches Geld und Zahlungsmittel im Vergleich zu Europa, den USA und sogar Russland ins Hintertreffen geraten, wenn sich nicht schnell etwas ändert.

Über den Autor:
Foto von Vitaliy Malykin Vitaliy Malykin CEO von Design4u Köln Tel.: +49 2219753416 E-Mail: webmaster@design4u.org Websites: , , Wikipedia
Vitaliy Malykin (Dipl.-Kfm.) ist seit 2005 in den Bereichen Webentwicklung, Online Marketing, SEO, SEM und SMO unterwegs. Zu seinen Fähigkeiten und Kenntnissen zählen u. a. Suchmaschinenoptimierung, Webentwicklung, Webdesign, WordPress Development, Storytelling, Erstellung und Optimierung von Longreads und conversionsbasierter Landing Pages, Growth Hacking, aber auch Kommunikation, Führung von remote Entwickler Teams, Unternehmensführung, Beratung und Business Development. Malykin realisierte diverse IT-Projekte, plante, implementierte und setzte SEO Strategien und Maßnahmen für mehrere bekannte Unternehmen in Deutschland, Europa, Russland und der Welt um.
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