Der Börsengang des chinesischen Internet-Riesen, der Alibaba Group Holding, an der New Yorker Börse, wurde zu einer der größten der Börsengeschichte. Bis Börsenschluss stieg die Aktie um 38 Prozent. Alibabas Unternehmenswert wird derzeit mit 231 Milliarden US-Dollar beziffert. Wir stellen weitere vielversprechende chinesische Unternehmen vor, die Alibaba’s Erfolge zu wiederholen versuchen.

Alibaba Eckdaten
2 Prozent des chinesischen Bruttoinlandproduktes (BIP) entfällt alleine auf die Alibaba Group. 80 Prozent des Onlinehandels wickelt Alibaba ab und ist für 60 Prozent aller Warensendungen im Inland zuständig.
Alibaba Group hat viele Unternehmenszweige, wie Taobao.com, Tmall.com, Alibaba.com sowie ein eigenes Zahlungssystem Alipay. Im vergangenen Jahr wurde über die Alibaba Group rund 248 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Die Zahl der Nutzer und Kunden stieg auf 231 Millionen an.
„Alibaba schreibt die erfolgreichste Geschichte im weltweiten Onlinehandel. Das macht Alibaba auch für die Investoren so interessant“ – kommentierte Gene Munster von „Piper Jaffray“ den Börsengang des Unternehmens.
Alibaba schreibt die erfolgreichste Geschichte im weltweiten Onlinehandel
Unisono blasen sämtliche Experten ins gleiche Horn und verweisen auf die beispiellose Geschichte des Unternehmens, ohne, dass dabei einige auch durchaus auf kritische Bereiche des ungehinderten Wachstums hinweisen. Die Prognosen sind aber durchweg positiv, was die weltweiten Expansionspläne der Alibaba Group betreffen.
„Wenn es möglich ist, dass was derzeit auf dem chinesischen Markt stattfindet, auch auf weitere ausländische Märkte zu übertragen, dann hat Alibaba durchaus das Potenzial, zum weltweiten E-Commerce Zentrum zu werden. Früher dachte jeder, dass Amazon den weltweiten E-Commerce dominiert, jedoch trifft das nur auf die USA zu“
– so der Senior Analyst und Gründer von Recon Analystics, Roger Entner. In Russland ist das bereits jetzt der Fall.
Das Unternehmen Yahoo besaß 23 Prozent der Aktien von Alibaba und konnte durch einen Verkauf 5,1 Milliarden US-Dollar erzielen. Der größte Aktionär, die japanische SoftBank, besitzt nach wie vor 32,4 Prozent der Aktien am Unternehmen. Der Unternehmensgründer Jack Ma hat sein Aktienpaket von 8,8 auf 7,8 Prozent reduziert. Jack Ma ist mit seinen 21 Milliarden US-Dollar Privatvermögen der reichste Mann Chinas.

Jack Ma, der chinesische Steve Jobs
Die Weltpresse scheut keine Vergleiche mit anderen Unternehmern und so kommt es immer wieder, dass Ma als der chinesische Steve Jobs bezeichnet wird.
„Am Anfang stand die Idee und die Erkenntnis, dass unsere Gehirne auch nicht schlechter funktionieren, als die der Amerikaner. Daher haben wir uns entschlossen, mit ihnen zu konkurrieren. Wenn wir ein gutes Team sind und wissen, was wir erreichen wollen, dann wird jeder von uns in der Lage sein zehn Konkurrenten zu schlagen.“
-so Jack Ma über die Anfänge.
Aber statt dem bloßen Kopieren bei westlichen Unternehmen, entschied man sich zu einem eigenständigen Geschäftsschema bei Alibaba: Die Idee war es, kleineren und mittleren Unternehmen aus China zu helfen ihre Produkte zu vermarkten. Mit dieser Idee konnte Ma 25 Millionen von Investoren bekommen und wurde zum ersten chinesischen Unternehmer, der auf dem Cover des amerikanischen Forbes abgebildet ist. 2013 kürte Financinal Times Jack Ma zum Mann des Jahres.
Mittlerweile hat sich Ma vom Posten des CEO im Unternehmen zurückgezogen, hält aber noch Unternehmensanteile und beeinflusst Alibaba’s Strategie beträchtlich. Heutzutage beteiligt sich Jack Ma aktiv an der Wohltätigkeit und Umweltprojekten in China.
4 weitere vielversprechende IT-Unternehmen aus China
Es folgt eine Auswahl von vier chinesischen, innovativen- (IT)-Unternehmen, die den Erfolg von Alibaba in kommenden Jahren wiederholen können.
Nutzen Sie die bitte die Zahlennavigation unten, um zur detaillierten Unternehmensseite mit Beschreibung zu gelangen.
- 1. Übersicht
- 2. Xiaomi
- 3. Yingli
- 4. Baidu
- 5. Tencent

Xiaomi
Branche – Handy-Hersteller
Jahresumsatz – $7,9 Mrd.
Kapitalisierung – $10 Mrd.
Seit dem Jahr 2011 am Markt, konnte der chinesische Smartphonehersteller 2013 bereits 10 Millionen verkaufte Geräte vorweisen. Der Clou dabei: Xiaomi verkauft die Smartphones ohne Gewinn. Das macht diese Geräte konkurrenzlos günstig. Xiaomis Geschäftsmodell basiert auf der Idee, Einnahmen ausschließlich über den Verkauf von Anwendungen und Dienstleistungen zu erwirtschaften.
Das Unternehmen investiert sehr wenig in traditionelles Marketing und wirbt für ihre Produkte über soziale Netzwerke.
Zu den Hauptabsatzmärkten zählen Singapur, Indien und Brasilien. Bereits jetzt schon hat Xiaomi 14% Marktanteil auf dem chinesischen Markt erreicht und Samsung überholt, der lange Zeit Marktführer war.
Im dritten Quartal 2014 wurde Xiaomi zur weltweiten Nummer drei des Handymarktes
Im dritten Quartal 2014 verkaufte Xiaomi 17,3 Millionen Smartphones und wurde dadurch zur weltweiten Nummer drei des Handymarktes, zwar hinter Samsung und Apple, jedoch vor Lenovo und LG. Yiaomi brachte sein eingenes Android-basiertes Betriebssystem „Miui“ raus und möchte auch dadurch Kundenbindebindung betreiben, dass sie zur Weiterentwicklung der Software aufgerufen werden. Jedoch scheint es nicht ausreichend zu sein.
Mit ähnlichen Schwierigkeiten hat auch Yandex zu kämpfen, man kommt nicht in geschlossene GMS (Google Mobile Services) rein, jedoch will kein Entwickler extra für Yandex.Kit programmieren. Lesen Sie darüber im zweiten Teil des Interviews mit Yandex CEO Arkady Volozh.
Auch bei seinen Produkten scheint das Unternehmen das richtige Gespür zu haben und bietet Tablets und auch Fernseher. Von der Personalie Hugo Barra, einem von Googles Topmanagern, den Xiaomi abwerben konnte, erhofft man sich eine Expansion auf ausländische Märkte.

Yingli
Branche – Solarenenergie
Jahresumsatz – $ 2,2 Mrd.
Kapitalisierung – $ 500 Mio.
China bleibt der größte Markt für Solarenergie mit einer erzeugten Leistung von 14 Gigawatt im Jahr 2013. Yingli hat im Jahr 2007 den Börsengang gemacht und dominiert seither den Markt und konnte sich gegen Branchenriesen, wie First Solar und SunPower durchsetzen nicht nur in der Volksrepublik, sondern auch weltweit.

Baidu
Branche – Suchmaschine
Jahresumsatz – $ 6,5 Mrd.
Kapitalisierung – $ 76,3 Mrd.
In China konnte Google sich nicht durchsetzen und auch die politischen Rahmenbedingungen in der Volksrepublik haben eine ungehinderte Arbeitsweise nicht ermöglicht. Google sind im Reich der Mitte Hände gebunden, der Suchriese kann daher den chinesischen Usern nicht alle seine Services und Dienste anbieten.
Mehr dazu: Zensurstreit zwischen Google und der chinesischen Regierung
Das chinesische Pendant ist Baidu, die auch als chinesisches Google bezeichnet wird. Es ist die drittbeliebteste Suchmaschine der Welt und hat 5,2 Prozent des Weltmarktes.
Baidu betreibt außerhalb des eigentlichen Kerngeschäftes der Suchmaschine viele Dienste. Der wohl bekannteste heißt Baidu Bike und ist eine Art analoge Wikipedia, die bereits über 8 Millionen digitale Beiträge zählt. Dabei muss beachtet werden, dass „echte“ Wikipedia in China – wohl aus dem selben Grund wie Google – blockiert ist.
Allerdings machte auf sich Baidu nicht nur als Suchmaschine, sondern auch durch ihre Erfolge auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz aufmerksam. Im vergangenen Jahr eröffnete das Unternehmen eine kleine Forschungsstation, in der die Mitarbeiter an Computer-Simulation des menschlichen Gehirns arbeiten. Im Mai 2014 übernahm Andrew Ng die Projektleitung, einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet, der zuvor an einem ähnlichen Projekt „Google Brain“ für Google gearbeitet hatte.

Tencent
Branche – Social Media
Jahresumsatz – $ 11.5 Mrd.
Kapitalisierung – $ 144.5 Mrd.
Tencent ist eine Social Media Plattform und gilt als das chinesische Facebook. Im Jahre 1999 gegründet konnte man, dank des Erfolges des Messengers QQ, seinen Börsengang wagen. Tencent Gründer Pony Ma (Ma Huateng) wurde an dem Tag 100 Mio. US-Dollar reicher. Seither wächst das Unternehmen ununterbrochen.
Neue Macht im Internet – der digitale Eroberungsfeldzug Chinas
Der Messenger QQ ist und bleibt das Aushängeschild des Unternehmens und seine Hauptumsatzquelle. Man betreibt außerdem den Verkauf von virtuellen Gütern in Onlinespielen auf QQ Games und verfügt über eines der größten sozialen Netzwerke Chinas, QZone. Weiterhin verfügt Tencent über TenPay das unternehmenseigene Zahlungssystem und das Pendant zu PayPal, iTQQ, das erste chinesische Smart TV, und WeChat, das chinesische Pendant zu WhatsApp.