7.2 “in 3 Tagen €2500 verdienen”, oder warum das Casino immer gewinnt. Roulette-Methode
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Immer mehr Menschen bekommen in unserem Zeitalter immer schnellere Internetanschlüsse. Ganz viele schauen sich im Internet nach einer Beschäftigung, zum Beispiel nach einer „seriösen Heimarbeit“ o.Ä. Da warten die Abzocker mit der s.g. Roulette-Methode auf sie.
Mit ein paar Werbetexten und den üblichen Erfolgsgeschichten von „Hans P. aus Köln“, „Martin S. aus Bonn“ und „Petra K. aus Hannover“ auf der Website, werden leichtgläubige und unerfahrene Surfer heiß gemacht. Nachdem man seine Emailadresse eingibt, bekommt man einen Link, seltener Zugangsdaten, zu einem „revolutionären Erfolgsreport“ von einem „genialen Mathematiker“ oder „verrückten Doc“ wie man „täglich zwischen 200 und 500 Euro“, „heute noch hunderte von Dollar“ oder „1500 Euro wöchentlich verdient“. Natürlich ganz ohne Arbeit!
Das „revolutionäre Prinzip“ ist der uralte Verdopplungs-Trick. Man setzt 1 Euro immer auf eine und dieselbe Farbe (schwarz oder rot). Wenn die andere Farbe kommt und man verliert, verdoppelt man den Einsatz und setzt wieder auf dieselbe Farbe. Das macht man solange, bis man damit einmal gewonnen hat. Dann hat man dann als Gewinn den Einsatz plus 1 Euro. So macht es den Anschein, man könnte ja gar nicht verlieren, weil früher oder später die richtige Farbe kommen sollte.
Bemerkenswert ist, dass dieses Prinzip nicht von „einem genialen Mathematiker“, sondern in der Literatur zum ersten Mal von einem weltbekannten russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski (geb. 1821) in seinem berühmten Roman „Der Spieler“ (1861) beschrieben wurde. Bekannt ist auch, dass Dostojewski spielsüchtig war und in Baden-Badener Casinos häufig alles, inklusive Ehering verloren hat.
Aus zwei Gründen kann man nicht gewinnen:
1. Es kommt nicht selten vor, dass eine Farbe 10-15 Mal hintereinander kommt. Fängt man mit 1 Euro an, so schaukelt sich der Einsatz sehr schnell in hunderte Euros hoch. Das hat auch Dostojewski in seinem Roman beschrieben.
2. Selbst wenn man das nötige Geld hat, gibt es bei allen Casinos das s.g. Tischlimit. Das bedeutet dass man z.B. nicht mehr als 500 Euro setzen darf. Am Ende gewinnt eben immer das Casino.
Die Betreiber der „seriösen Heimarbeit-Seite“ bekommen seine Provision von den Partner-Casinos.
Wenn man glaubt dass nur wenige reinfallen, liegt man eben falsch. SEO-Ausgaben und Werbebudgets von der „seriösen Heimarbeit-Seiten“ betragen häufig mehrere Tausend Euros monatlich.
Als Fazit – Geld ohne Arbeit gibt es nicht. Obwohl Web in der Web 2.0 Ära immer solider und sicherer wird, sollte man bei einem scheinbar verlockenden Angebot nicht gleich den Kopf verlieren. Die schwarzen Schafe gibt es überall.
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Web 2.0,
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